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28.08.2010

Bertelsmann-Bildungsstudie Deutschland nur Mittelmaß

Gütersloh – Bei einer europäischen Bildungsstudie der Bertelsmann Stiftung hat Deutschland nur ein mittelmäßiges Ergebnis erreicht: Die Bundesrepublik bleibt bei einem Vergleich des „Lernklimas“ deutlich hinter Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Finnland zurück. Diese Länder hätten „in Europa bislang am besten die Idee vom lebenslangen Lernen in die Tat umsetzen können“, konstatiert die Stiftung.

In einem aufwendigen Verfahren haben Fachleute zahlreiche Statistiken und Studien zusammengeführt, um ein umfassendes Bild des lebenslangen Lernens in den europäischen Ländern zu zeichnen. Dabei wurde nicht nur die Qualität der Schulen und Hochschulen betrachtet. Die Forscher verstanden Bildung vielmehr in einem weitergehenden Sinn und bezogen unter anderem gesellschaftliches Engagement, sportliche Aktivitäten und die Teilnahme an Kulturveranstaltungen in ihre Berechnungen ein.

„Gelernt wird bei weitem nicht nur an Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen“, sagt Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. „Wir lernen auch am Arbeitsplatz, als Mitglieder in Vereinen oder politischen Organisationen, in der Familie, in der Freizeit.“

Aus den vielen Zahlen errechneten die Forscher mehrere Rankings. Deutschland erreicht dabei insgesamt einen Platz nur knapp über dem Durchschnitt. Das mäßige Abschneiden ergibt sich laut den Fachleuten vor allem daraus, dass die Bundesrepublik vergleichsweise wenig Geld in Schulen und Hochschulen investiere. Auf anderen Feldern aber stünden die Deutschen gut da: Sie seien relativ offen und tolerant, häufig gesellschaftlich engagiert und gingen gern ins Museum.

Auf den letzten drei Plätzen des Europa-Rankings liegen Griechenland, Bulgarien und Rumänien. Griechenland stecke „nicht nur in einer dramatischen finanziellen und wirtschaftlichen Krise, sondern auch in einer tiefen ,Lernkrise‘“, so die Stiftung. Bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung sei der Staat sogar das Schlusslicht Europas.

Die Forscher entdeckten zahlreiche Zusammenhänge zwischen einem guten Lernklima in einem Staat und dem Wohlstand oder dem Wohlergehen dort. Staaten mit einem hohen Wert auf der Bildungsskala zeichneten sich unter anderem dadurch aus, dass dort Korruption weniger verbreitet ist, mehr Vertrauen in politische Institutionen herrscht und die „Armutsgefährdungsquote“ niedriger liegt.

„Lernen macht reich, produktiv und wettbewerbsfähig“, lautet eine der bündigen Botschaften der Studie. Eine andere: „Lernen macht gesund, zufrieden und glücklich.“ Außerdem würden der „gesellschaftliche Zusammenhalt“ und das „gesellschaftliche Grundvertrauen“ gefördert. In diesem Herbst sollen weitere Analysen erscheinen. Dann werden deutsche Kommunen und Regionen miteinander verglichen.

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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