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Berlinale im Aufbruch

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31.01.2012

Feuilleton Berlinale im Aufbruch

Festival widmet sich gesellschaftlichen und persönlichen Neuanfängen.

Berlin – Kinogeschichten über Um- und Aufbrüche stehen im Zentrum der Berlinale 2012. Passend dazu werde der Eröffnungsfilm “Les adieux à la Reine” (“Leb wohl, meine Königin!”) über die Anfänge der Französischen Revolution am 9. Februar fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Sturz des ägyptischen Staatspräsidenten Husni Mubarak gezeigt, sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick am Dienstag bei der Vorstellung des Programms. Mubarak und anderen Despoten sei es unmittelbar vor ihrem Sturz auch nicht viel anders ergangen als Marie Antoinette. “Es geht um Geld und um sich selbst”, sagte Kosslick.

Mit dem 23. Beitrag “Bai lu yuan” (“White Deer Plain”) aus der Volksrepublik China ist der Wettbewerb der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin nun komplett. Die Verfilmung eines der am meisten umstrittenen Romane der chinesischen Literatur beschäftige sich mit der Jahrtausende alten Geschichte des Landes, sagte Kosslick. Angesichts des Themas sei das Werk des Bären-Gewinners Wang Quan’an (“Tuyas Hochzeit”) mit einer Laufzeit von etwa dreieinhalb Stunden geradezu ein Kurzfilm.

18 Produktionen konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 18. Februar verliehen werden. Die Wettbewerbsbeiträge stammen aus 23 Ländern, 19 werden auf der Berlinale ihre Weltpremiere feiern. Deutschland wird vertreten von den Regisseuren Christian Petzold, Hans-Christian Schmid und Matthias Glasner. Alle ihre Filme erzählen laut Kosslick von Aufbrüchen in neue Lebensabschnitte. Im Berlinale Special feiert Doris Dörries Film “Glück” Weltpremiere.

Den Vorsitz der Internationalen Jury hat in diesem Jahr der britische Filmemacher Mike Leigh (“Happy-Go-Lucky”) inne. Über die Vergabe der Bären am vorletzten Festivaltag am 18. Februar entscheiden unter anderen auch die Schauspielerinnen Charlotte Gainsbourg und Barbara Sukowa sowie ihr US-Kollege Jake Gyllenhaal. “Wir haben eine sehr kompetente Jury zusammengestellt”, sagte Kosslick.

Der thematische rote Faden der Umbrüche zieht sich von der Geschichte einer Kindersoldatin im Kongo im Wettbewerbsfilm “Rebelle” über Dokumentationen zur Atomkatastrophe von Fukushima im Forum bis zur Gala-Vorführung von Sergej M. Eisensteins Stummfilm “Oktober” in der Retrospektive mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Im Wettbewerb der Sektion Shorts läuft Christoph Schlingensiefs Kurzfilm “Say Goodbye To The Story (ATT 1/11)” mit Robert Stadlober.

Auf dem Roten Teppich vor dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz und den anderen Spielplätzen des Festivals wird vom 9. bis 19. Februar wieder jede Menge Prominenz aus Hollywood und Europa erwartet. Oscar-Preisträgerin Meryl Streep wird am 14. Februar bei der Vorstellung ihres jüngsten Kinofilms “Die Eiserne Lady” für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Angelina Jolie präsentiert ihr Spielfim-Regiedebüt “In The Land Of Blood And Honey” und diskutiert nach der Vorführung in der neuen Spielstätte Haus der Berliner Festspiele über das Werk.

Ihr Kommen zugesagt haben unter anderen auch die Schauspieler Christian Bale, Antonio Banderas, Robert Pattinson, Uma Thurman, Salma Hayek und Isabelle Huppert. Erwartet werden auch Corinna Harfouch, Michael Fassbender, Mads Mikkelsen, Bollywood-Star Shah Rukh Khan sowie die Regisseure Steven Soderbergh und Werner Herzog. Keanu Reeves gibt beim Talent Campus sein Wissen an den Nachwuchs weiter. Statt Tom Hanks stellt der für seine Rolle Oscar-nominierte Max von Sydow das Drama “Extrem laut und unglaublich nah” im Wettbewerb vor.

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