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05.07.2015

UBS Weber mahnt zügige Reformen in Europa an

Eine Staatspleite Griechenlands schrecke Weber wenig.

Berlin – Axel Weber, der Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS und ehemalige Chef der Deutschen Bundesbank fordert, die momentan noch gute Konjunktur für eine neue Ära der Reformpolitik zu nutzen. In einem Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe) mahnte Weber die Regierungen der Europäischen Union jedoch zur Eile.

Er schlug vor, Arbeitsmarkt, Steuersystem, Sozialleistungen und die Bildungspolitik bei den Reformen in den Mittelpunkt zu stellen. „Mit der Geldpolitik können die strukturellen Probleme in Europa nicht gelöst werden“, sagte er.

Weber bemängelte, dass derzeit zu viel über Schuldenschnitt und geldpolitische Maßnahmen der Notenbanken, aber zu wenig über Strukturreformen geredet werde. „Ich war und bin der Meinung, dass die Europäische Zentralbank als Notenbank allein nicht in der Lage ist, diese Probleme zu lösen und es auch nicht ihre Aufgabe ist“, betonte Weber.

Eine Staatspleite Griechenlands schrecke Weber wenig. Er wolle zwar keinen Vergleich zum Konkurs der US-Investmentbank Lehman Brothers ziehen, die die Finanzmärkte 2008 weltweit in Turbulenzen stürzte. Für ihn sei jedoch klar, dass „seitdem viel geschehen ist“: „Mittlerweile haben die Großbanken rund um den Globus ihre Eigenkapitalstärke im Schnitt verzehnfacht.“

Eine Zinserhöhung in der Euro-Zone sieht der UBS-Präsident vorläufig nicht: „Die Amerikaner und die Briten sind die Einzigen, die sich in der glücklichen Situation befinden, dass sie die Zinsen erhöhen könnten.“

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