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Donald Trump

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31.08.2017

Salzgitter Stahlkonzern wirft Trump gezielte Missinterpretation von Daten vor

„Fakten werden von den Amerikanern womöglich bewusst missinterpretiert.“

Berlin – Der Stahlkonzern Salzgitter sieht sich als Opfer der US-Handelspolitik unter Präsident Donald Trump. „Fakten werden von den Amerikanern womöglich bewusst missinterpretiert“, sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann der „Welt“.

Die US-Behörden hatten Salzgitter vor einigen Wochen Dumping bei der Lieferung von Grobblechen unterstellt und daraufhin Strafzölle gegen das MDAX-Unternehmen aus Niedersachsen verhängt. „Der Vorwurf ist absurd und wird keiner neutralen Überprüfung standhalten“, sagte Fuhrmann, der Trump und den Behörden vorwirft, Salzgitter absichtlich schaden zu wollen.

„Wir haben den US-Behörden 20 Millionen Datensätze übergeben, die genau zeigen, was wir in der untersuchten Periode wann und an wen zu welchem Preis geliefert haben.“ Und das sei nicht mal in der Nähe eines Dumping-Verdachts. Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern hat daher offiziell Einspruch gegen die verhängten Zölle eingelegt. Eine Reaktion darauf gebe es bislang noch nicht, sagte Fuhrmann.

„Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, muss der Strafzoll aber wieder aufgehoben werden. Andernfalls werden wir weiter für unser Recht kämpfen“, kündigte der Manager an. Dafür bittet Salzgitter nun auch um Hilfe aus der Politik. „Wir erwarten, dass die einheimische Politik uns unterstützt. Denn eine Anzeige etwa bei der Welthandelsorganisation WTO können wir als Unternehmen nicht einreichen, das ist der EU-Kommission vorbehalten. Wir sind deswegen mit Kommission und Bundesregierung im Gespräch.“

Darüber hinaus wünschte sich Fuhrmann, dass sich die Politik in Deutschland und Europa dem US-Präsidenten entgegenstellt. „Es ist wichtig, weiter im Dialog zu bleiben. Wobei die Kommunikation auch von europäischer Seite durchaus mal im Trump-Stil erfolgen könnte: also ruhig mal einen raushauen.“

Zudem könne die EU umgekehrt ebenfalls mit Handelshemmnissen reagieren. „Zölle sind dann eine Möglichkeit, aber auch neue Vorschriften für Qualitätsmerkmale bei US-Importen oder verschärfte Produktprüfungen an der Grenze, bei denen jeder einzelne Container geöffnet wird. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.“

Zwar lehne er solche Sanktionen grundsätzlich ab, versicherte Fuhrmann. „Aber es gibt derzeit scheinbar keine Alternative“, rechtfertigte Fuhrmann seine Forderungen. „Europa kann nicht die Fahne des Freihandels alleine hochhalten und dafür am Ende bestraft werden.“ Aber vielleicht gebe es ja demnächst Bewegung vonseiten der USA. „Wer droht, der will verhandeln, lautet ein alter Spruch. Und Herr Trump hat ja ganz offensichtlich kein Problem damit, Positionen zu wechseln.“

Mit einer tragfähigen Kompromisslösung, an der aktuell eine beim G20-Gipfel in Hamburg eingesetzte Arbeitsgruppe arbeitet, rechnet Fuhrmann nicht. „Ich habe ich da keinerlei Erwartungen. Ich glaube nicht an G20.“

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