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Corona-Krise OECD-Bildungsdirektor will Sitzenbleiben generell abschaffen

Sitzenbleiben sei nie eine gute Idee.

Berlin – OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher fordert, dass niemand wegen der Coronakrise das Schuljahr wiederholen muss, und empfiehlt Deutschland, das Sitzenbleiben auch für die Zukunft ganz abzuschaffen. „Niemand soll wegen der Coronakrise sitzenbleiben“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagsausgaben).

„Es wäre jetzt auch ein guter Zeitpunkt, das Sitzenbleiben generell abzuschaffen.“ Sitzenbleiben sei nie eine gute Idee, sagte Schleicher, der Chef der internationalen Bildungsvergleichsstudie Pisa ist. „Es bringt keinen Leistungsgewinn, es stigmatisiert, und es kostet die Gesellschaft 25.000 Euro pro Sitzenbleiber.“

Großzügig sein und alle „durchwinken“ bringe allerdings auch nichts. „Das Entscheidende ist, Förderbedarf frühzeitig zu erkennen und individuell unterstützen. Da sind die 25.000 Euro um ein Vielfaches besser angelegt.“

Mehrere Bundesländer haben bereits angekündigt, dass Schüler während der Coronakrise nicht um ihre Versetzung fürchten müssen. „Da die Leistungsbewertung in diesem Schulhalbjahr nur eingeschränkt möglich sein wird, soll in der Regel eine Versetzung erfolgen“, so etwa das Kultusministerium in Hessen. Bayern und Nordrhein-Westfalen haben ähnliche Regelungen angekündigt.

Die Lehrergewerkschaft GEW begrüßte die Ankündigung mehrerer Länder, auf das Sitzenbleiben zu verzichten, forderte von den Kultusministern aber noch weitergehende Entscheidungen.

„Abiturprüfungen sind in dieser Krisensituation das erste, auf das man verzichten kann und sollte. Auf das Sitzenbleiben in diesem Schuljahr zu verzichten, ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Ilka Hoffmann, im GEW-Vorstand für das Thema Schule zuständig, dem RND.

22.04.2020 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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