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Suche nach dem Schützen geht weiter

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06.04.2012

Blutbad in Neukölln Suche nach dem Schützen geht weiter

22-Jähriger auf offener Straße erschossen – Rund zehn Hinweise aus der Bevölkerung.

Berlin – Der Hintergrund der Bluttat mit einem Toten und zwei Schwerverletzten in Berlin-Neukölln ist weiter völlig unklar. Bis Freitag seien rund zehn Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Bisher habe es aber noch keinen „knallharten“ Tipp gegeben, der konkrete Rückschlüsse auf einen Täter zugelassen habe.

Ein Unbekannter hatte in der Nacht zu Donnerstag nahe dem Krankenhaus Neukölln auf eine fünfköpfige Gruppe das Feuer eröffnet. Dabei wurden ein 22-Jähriger getötet und zwei Jugendliche lebensgefährlich verletzt. Die anderen beiden Personen kamen mit dem Schrecken davon. Der Täter flüchtete zu Fuß.

Der Tote stammt laut Polizei aus einer türkischen Zuwandererfamilie. Er erlag in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die beiden Schwerverletzten – ein 16-Jähriger russischer und ein 17-Jähriger arabischer Herkunft – schweben inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr. Einer von ihnen sei mittlerweile im Krankenhaus vernommen worden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Die Aussagen seien aber kaum verwertbar gewesen. „Er stand noch unter dem Eindruck des Geschehens.“

Die Obduktion des Toten hatte ergeben, dass dieser Schussverletzungen in den Oberkörper erlitt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Weitere Details nannte er unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigte sich „erschüttert“ über das Verbrechen. „Diese entsetzliche Tat lässt uns derzeit alle völlig fassungslos zurück.“ Er habe mit Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers telefoniert und könne versichern, dass die Polizei alles unternehme, um dieses Verbrechen so schnell wie möglich aufzuklären.

Anzahl der Schüsse noch unklar

Wie oft geschossen wurde, ist nach Polizeiangaben noch unklar. Sicher sei nur, dass mehrere Schüsse abgegeben worden seien, sagte der Sprecher. Der Besitzer einer nahe gelegenen Kneipe hat nach eigenen Angaben fünf Schüsse gehört. Er sei unmittelbar danach hinausgelaufen und habe eine Person auf der Rudower Straße und zwei Personen auf dem Gehweg liegen sehen. Ein Krankenwagen sei sehr schnell vor Ort gewesen.

Der Täter war da bereits auf der Flucht. Nach ihm wird mit Hochdruck gefahndet. Der Unbekannte soll die jungen Männer, die laut Polizei zwischen 16 und 22 Jahre alt sind, gegen 1.15 Uhr angesprochen und unvermittelt das Feuer eröffnet haben. Nach Polizeiangaben waren sie auf dem Gehweg unterwegs.

Zunächst keine aggressive Stimmung

Ein weiterer Zeuge sagte, er wohne dort seit vier Jahren. Bisher sei es immer ruhig gewesen. „Ich war in der Wohnung und habe mächtig Lärm gehört. Dann hab ich ein paar Jugendliche gesehen, vier oder fünf. Die haben Radau gemacht.“ Nach ein paar Minuten sei es wieder ruhig gewesen, er habe sie sogar lachen gehört. Die Stimmung sei nicht aggressiv gewesen, sagte der Zeuge und fügte hinzu: „Die haben sich eben benommen wie betrunkene Jugendliche.“ Und plötzlich seien dann Schüsse gefallen.

„Derzeit liegen die Hintergründe noch völlig im Dunkeln“, sagte der Polizeisprecher. Eine Mordkommission ermittelt. Nach Angaben der beiden Unverletzten ist der Täter etwa 1,80 Meter groß und trug einen dunklen Kapuzenpullover. Weitere Details zum Schützen sind bisher nicht bekannt. Auch weitere befragte Zeugen konnten keine gesicherten Angaben machen.

Am Tatort wurden zahlreiche Blumen abgelegt, darunter rote Rosen. Ein seitenlanger Brief – offenbar von einem jungen Mädchen – lag daneben. Er endet mit dem Abschiedsgruß „In ewiger Liebe“.

An einem Baum hatten Trauernde ein Plakat befestigt, auf dem unter anderem „Deutschland, wir wollen Gerechtigkeit“ stand. Auch ein hakenkreuzähnliches Zeichen, das durchgestrichen ist, war zu sehen. Bislang gebe es keine Hinweise auf ein politisches Motiv, sagte der Polizeisprecher. Es werde aber in alle Richtungen ermittelt.

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