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Margot Käßmann
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Reformbewegung Maria 2.0 Margot Käßmann lobt den Kirchenstreik katholischer Frauen

„Das wurde auch Zeit.“

Berlin – Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, hat den Kirchenstreik katholischer Frauen gelobt. „Ich kann nicht anders, als mich daran zu freuen. Respekt, Schwestern! Das wurde auch Zeit“, schrieb Käßmann in „Bild am Sonntag“.

Die Reformbewegung Maria 2.0 verlangt unter anderem den Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern, eine konsequente Aufklärung der Missbrauchsfälle und eine Sexualmoral, die die Lebenswelt von Menschen berücksichtigt.

Käßmann sagte, dass die evangelische Kirche viele Jahre diskutiert habe, ob Frauen Pfarrerinnen werden könnten. Am Ende sei klar gewesen: Es gebe keine theologischen Gründe, die dagegen sprächen, allenfalls die Tradition.

Käßmann: „Tradition ist gut, wenn sie Menschen beheimatet. Aber sie muss verändert werden, wenn sie Menschen ausgrenzt! Es wird Zeit, dass Frauen endlich öffentlich die Kirchen repräsentieren, aber auch die anderen Religionsgemeinschaften, das Judentum, den Islam. Wenn uns angeblich die Hälfte des Himmels gehört, können wir das ja hier auf Erden schon mal einüben.“

Die Bischöfin im Ruhestand kritisierte, dass Frauen überall auf der Welt die Kirchen trügen, sich aber den Männern unterordnen müssten: „Engagierte christliche Frauen kochen den Kaffee, putzen den Altarraum, nähen Altardecken und Priestergewänder. Aber Priesterin können sie nicht sein, leiten dürfen sie die Kirchen nicht. Den Entscheidungen der Männer über Jungfräulichkeit, Ehe, Verhütung und Abtreibung aber sollen sie sich beugen. Wie kann das sein?“

Käßmann verwies darauf, dass Maria im Lukasevangelium ein geradezu revolutionäres Lied singe: „Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.“

19.05.2019 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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