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Stimmen-Auszählung auf Fifa-Kongress

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31.05.2015

Nach Wiederwahl Blatters FDP und Grüne wollen Alternative zur FIFA

Europäischen Fußballverbände sollen neuen Weltfußballverband gründen.

Berlin – Der Vize-Präsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), fordert die europäischen Fußballverbände auf, die Fifa zu verlassen und einen neuen Weltfußballverband zu gründen.

„Nach der Wiederwahl Blatters müssen die europäischen Verbände endlich Konsequenzen ziehen“, sagte Lambsdorff der „Welt am Sonntag“. Die stärksten Verbände mit den besten Mannschaften sollten sich zu einer neuen „World Football Association“ (WFA) zusammenschließen, schlug der FDP-Politiker vor. „Ob die WM `Fifa World Cup` oder `WFA Global Championship` oder anders heißt, ist unwichtig. Entscheidend ist: Die Fans wollen den weltbesten Fußball sehen, der von einem Weltverband seriös und skandalfrei verwaltet wird.“

Der EU-Parlamentsvize nahm auch den Deutschen Fußballbund (DFB) in die Pflicht. „Es kann einfach nicht so bleiben, dass der DFB, immerhin der größte Sportverband der Welt, immer und immer wieder völlig folgenlos die Schweizer Eiche ankläfft“, sagte Lambsdorff mit Blick auf das vergebliche Bemühen der Deutschen, die Wiederwahl des Schweizer Fifa-Präsidenten Sepp Blatter zu verhindern.

Organisationspolitisch wedele in der Fifa seit Jahren „der Schwanz mit dem Hund. Das beste Produkt – der beste Fußball und das meiste Geld – ist in Europa und Amerika, die Stimmenmehrheit aber ist in Afrika und Asien.“ Nur deshalb dürfe Blatter weitermachen. Europa müsse die Ankerregion für einen neuen Weltverband sein, so Lambsdorff.

„Wenn die fünf führenden europäischen Fußballnationen Deutschland, England, Spanien, Frankreich und Italien sich bereit erklären, den Anker für die neue WFA zu bilden, werden in kürzester Zeit die USA, Japan und Australien dazu stoßen. Wenn dann noch Argentinien und Brasilien mitmachen, ist die Blatter-Fifa sportlich und wirtschaftlich am Ende.“ Dann hätte eine WFA ausreichend Sogwirkung, damit die meisten Nationen auch aus anderen Regionen dazustoßen. „So wären die Niederlande sicher von Anfang an dabei, Uruguay, Mexiko oder Südafrika vielleicht auch oder eben nach einiger Bedenkzeit.“

Lambsdorff räumte ein, das Vorhaben sei eine sehr komplexe Operation angesichts bestehender Sponsorenverträge, Vermarktungs- und TV-Rechte.

Auch Grünen-Chefin Simone Peter brachte den Aufbau eines Gegenverbands zur Fifa ins Gespräch. „Wenn die Fifa nicht vom Kopf auf die Füße gestellt werden kann, wäre auch die Gründung eines neuen Fußball-Weltverbands denkbar, der den Sport in den Vordergrund stellt, transparente und werteorientierte Kriterien für die Vergabe von Sportereignissen erstellt und sicherstellt, dass Korruption und Geldwäscherei zukünftig ausgeschlossen sind.“

Peter stellte in der „Welt am Sonntag“ klar, dass der organisierte Fußball einen grundlegenden Personal- und Strukturwechsel brauche. Sie forderte einen radikalen Schritt: „Warum verlassen beispielsweise die 54 Mitgliedsverbände der Uefa die Fifa nicht geschlossen? Das könnte der DFB mit seinem Gewicht und seinem Ansehen innerhalb der Fifa vorantreiben.“

Die Grünen-Parteivorsitzende verlangte die Neuausschreibung kommender Weltmeisterschaften – „jedenfalls die WM 2022 in Katar“. Dabei müssten die Menschen- und Bürgerrechte ein Kriterium sein. „Vergaben an Länder, in denen elementare Menschenrechte verletzt werden, sind nicht länger tragbar.“

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