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Dirk Niebel

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23.02.2013

Pferdefleisch-Produkte Auch Niebel für Verteilung an Arme

„Über 800 Millionen Menschen weltweit hungern.“

Berlin – Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) unterstützt den Vorschlag des CDU-Politikers Hartwig Fischer, der mit Pferdefleisch versetzte Tiefkühl-Produkte an Bedürftige verschenken will. „Über 800 Millionen Menschen weltweit hungern. Und auch in Deutschland gibt es leider Menschen, bei denen es finanziell eng ist, selbst für Lebensmittel. Ich finde, da können wir hier in Deutschland nicht gute Nahrungsmittel einfach wegwerfen“, sagte Niebel der „Bild-Zeitung“ (Samstagausgabe).

Auch die Evangelische Kirche (EKD) warnt vor der voreiligen Vernichtung der Pferde-Lasagne. Prälat Bernhard Felmberg sagte der Zeitung: „Wir als Kirche empfinden die Wegwerfmentalität in unserer Gesellschaft als bedenklich. Ob und wie eine Verteilung der fraglichen Produkte möglich ist, ist zu prüfen. Aber Lebensmittel zu vernichten, die ohne Risiko genießbar wären, ist ähnlich schlimm wie Etikettenschwindel und kann keine Lösung sein.“

Als „absurd“ bezeichnete hingegen Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Debatte. „Ob arm oder reich, jeder will wissen, was er isst – und das muss einwandfrei sein“, sagte die CDU-Politikerin der Zeitung. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast: „Hinter der absurden Idee von Fischer steht, dass es beim Essen Menschen zweiter Klasse gibt. Wir wollen aber gute Qualität für alle.“

Als „absurd und zynisch“ bezeichnet SoVD-Chef Adolf Bauer den Plan. VdK-Chefin Ulrike Mascher: „Wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass die Ware unverkäuflich ist, dann ist es völlig unangemessen zu sagen: Arbeitslose oder Rentner können das immer noch essen.“

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles fordert sogar eine Entschuldigung von CDU-Politiker Fischer: „Der Vorschlag des CDU-Bundestagsabgeordneten ist menschenverachtend und unwürdig. Das ist eine Beleidigung für Menschen mit wenig Einkommen. Ich erwarte, dass er sich dafür entschuldigt. Die Produkte, die schadstoffhaltiges Fleisch enthalten können, müssen entsorgt werden.“

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