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22.02.2015

Duale Berufsausbildung Arbeitgeber fordern mehr Geld für Berufsschulen

„Viel zu oft wird die Berufsschule als Stiefkind der Schulpolitik behandelt.“

Berlin – Die deutsche Wirtschaft fordert mehr Geld und bessere Qualitätskontrollen für die Berufsschulen: Nur so könne die vielgepriesene duale Berufsausbildung – die Kombination aus Praxis im Betrieb und Theorie an der Berufsschule – in Zukunft bestehen.

„Viel zu oft wird die Berufsschule als Stiefkind der Schulpolitik behandelt“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der „Welt am Sonntag“. Es hapere nicht selten schon an der modernen und bedarfsgerechten Ausstattung, heißt es bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Auch für den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, sind in Zeiten der Digitalisierung Investitionen in Technik und Werkstätten dringend erforderlich. „Wir müssen die Berufsschulen zukunftsfest machen“, forderte er.

Der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, forderte strengere deutschlandweite Normen. „Über Ländergrenzen hinweg brauchen wir Qualitätsstandards, um gleiche Rahmenbedingungen für die Auszubildenden zu schaffen“, sagte Wollseifer der „Welt am Sonntag“.

Was die Auszubildenden in ihren Betrieben lernen sollen, legt der Bund durch grobe Leitplanken in der Ausbildungsordnung fest. Den so genannten „Rahmenlehrplan“ für die Berufsschule bestimmt die Kultusministerkonferenz der Länder. Valide Vergleichsstudien zur Qualität einzelner Berufsschulen jedoch gibt es nicht – zum Leidwesen der Unternehmen.

Für den Chef des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, ist es Zeit für grundlegende Reformen. „Der Nachwuchs an beruflich gut qualifizierten Fachkräften ist entscheidend zur Sicherung des Geschäftsmodells Deutschland“, warnte er in der „Welt am Sonntag“.

Anstatt mit sinkenden Schülerzahlen Geld aus den Berufsschulen zu ziehen, sollte die Politik auf bessere Qualität und mehr individuelle Förderung setzen. Es müsse Deutschunterricht für Migranten geben und Nachhilfe für die Leistungsschwächeren. Behinderte müssten genauso eingebunden werden wie Auszubildende aus dem Ausland.

Gleichzeitig gelte es, interessante Angebote für Leistungsstärkere zu machen – von Zusatzqualifikationen über Auslandsaufenthalte bis hin zum parallelen Erwerb der Hochschulreife.

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