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Konzentrationslager Auschwitz
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Holocaust-Gedenkstätte AKK-Forderung nach Pflichtbesuchen stößt auf Kritik

„Man kann mit Zwangspädagogik nie etwas bewirken.“

Berlin – Die Forderung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer nach einem verpflichtenden Besuch von Schulklassen in Holocaust-Gedenkstätten stößt bei Fachleuten auf Ablehnung.

„Man kann mit Zwangspädagogik nie etwas bewirken. Man muss Lernformate entwickeln, bei denen junge Leute selbst etwas erkunden können“, sagte Astrid Ley, stellvertretende Leiterin der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen, der „Welt“. Jungen Leuten „im Schnelldurchgang“ demokratische Werte zu vermitteln, funktioniere nicht.

Auch die Arbeit mit Migranten in Gedenkstätten sei nicht einfach. „Es ist problematisch, Leute, die selbst gerade eine traumatische Erfahrung hinter sich haben, mit dem massiven Leid einer anderen Gruppe zu konfrontieren. Da bringt man psychologische Prozesse in Gang, die man nicht auffangen kann.“

Auch Gabriele Hammermann, Leiterin der Gedenkstätte Dachau, ist gegen Pflichtbesuche. Es sei naiv zu erwarten, dass Besucher mit rassistischer Einstellung diesen Ort nach zwei Stunden Führung als Demokraten wieder verlassen würden. Das sei nur sinnvoll mit Vor- und Nachbereitung.

„Solche Besuche als Empfehlung in die Lehrpläne aufzunehmen halte ich für richtig, nicht aber als Verpflichtung“, sagt Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen, der „Welt“.

Man brauche Formate, die es den Besuchergruppen ermöglichen, sich kritisch mit der Geschichte auseinanderzusetzen. „Und das heißt neben aller Würdigung der Opfer vor allem: sich mit der Wirkungsweise der NS-Gesellschaft, die radikal rassistisch organisiert war, auseinanderzusetzen, und nach der Motivation von Tätern, Mittätern, Profiteuren und Zuschauern zu fragen.“

06.07.2019 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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