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Ilse Aigner

© Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

18.02.2013

Pferdefleisch-Skandal Aigner rechnet mit weiterer Ausweitung

„Wir gehen davon aus, dass es noch weitere Erkenntnisse gibt.“

Berlin – Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) geht davon aus, dass sich der Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch in Fertigprodukten noch ausweiten wird. In der SWR-Talkshow „2+Leif“ sagt Aigner am Montagabend: „Wir gehen davon aus, dass es noch weitere Erkenntnisse gibt, weil die Behörden gerade mit ihren Untersuchungen anfangen. Insofern gehe ich nicht davon aus, dass es heute zu Ende ist.“

Gleichzeitig wies die Ministerin den Vorwurf zurück, Fehler im Krisenmanagement gemacht zu haben: „Ich muss mir da nichts vorwerfen lassen. Sie können nicht hinter jedem einzelnen Produkt einen Kontrolleur aufstellen, das funktioniert nicht.“

Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, wirft Aigner in der Talkshow Untätigkeit im Vorfeld des Skandals vor: „Es muss immer erst etwas passieren. Vor zwei Jahren hätte man schon die europäischen Transparenzkriterien verändern können. Da war Frau Aigner persönlich dagegen.“

Göring-Eckardt forderte die Bundesministerin auf, sich stärker für die Verbraucherinteressen einzusetzen: „Sie sind ja nicht für die Lebensmittelindustrie da, sondern Sie sind Verbraucherschutzministerin und insofern ist das ihr Job dafür zu sorgen, dass die Verbraucher genau wissen was sie essen und nicht nur wenn es gesundheitsgefährdend ist.“

Von dem Pferdefleisch-Skandal sind in Deutschland mittlerweile fast alle großen Supermarkt-Ketten betroffen. Produktrückrufe gab es unter anderem bei Aldi, Lidl, Edeka, Real und Rewe. Zumeist wurden die günstigen Eigenmarken aus dem Sortiment genommen.

Zur Aufklärung des aktuellen und zur Vermeidung künftiger Lebensmittel-Skandale hatten die Verbraucherschutzminister des Bundes und der Länder sich am Montag auf einen Zehn-Punkte-Aktionsplan geeinigt. Dieser sieht unter anderem die Prüfung höherer Strafen bei Etikettenschwindel und schärfere Vorgaben für die Eigenkontrollen der Unternehmen vor.

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