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21.04.2019

AfD Adam kritisiert Umgang mit Spendenaffäre

„Zweifellos gibt es in der AfD rechtsextreme Tendenzen.“

Berlin – AfD-Mitbegründer Konrad Adam hat Spitzenpolitikern seiner Partei die Duldung und Beförderung rechtsextremer Tendenzen vorgeworfen.

„Zweifellos gibt es in der AfD rechtsextreme Tendenzen, auffällig vor allem da, wo versucht wird, das Dritte Reich und seine Protagonisten in ein freundliches Licht zu setzen“, sagte Adam der „Welt“ (Online-Ausgabe). „Ich verstehe nicht, wie Bundesvorstandsmitglieder so etwas dulden oder durch eigene Äußerungen auch noch befördern können.“

Konkret kritisierte der frühere AfD-Bundessprecher in diesem Zusammenhang den Partei- und Bundestagsfraktionsvorsitzenden Alexander Gauland. Dieser behaupte zwar, er müsse die Partei zusammenhalten. Aber dabei unterschlage Gauland, „dass es rechtsextreme Gruppierungen gibt, die nicht zusammengehalten werden können, weil sie es gar nicht wollen. Sie setzen nicht auf Zusammenarbeit, sondern auf Überwältigung und ihr Gegenstück, auf Unterdrückung.“

Die Warnungen, die schon der erste AfD-Chef Bernd Lucke vor der „Rechtsauslegerei“ geäußert habe, seien in der Partei „nicht beherzigt“ worden.

Adam gehörte 2013 zusammen mit Gauland zu den Begründern der AfD, hat sich mittlerweile aber von diesem entfremdet. „Gauland ist den Ansprüchen, die er selbst erhoben hat, nicht mehr gerecht geworden.“ Der Parteichef kritisiere zwar immer wieder „Machtpolitiker“, die sich „ihre Stellung mit allzu rüden Methoden erobert und gesichert haben“. Doch, so Adam weiter, „mit solchen Methoden arbeitet inzwischen auch Gauland, er verstößt gegen seine eigenen Maßstäbe“.

Scharf kritisierte Adam den Umgang der Partei mit Spendenaffären. Adam erinnerte daran, dass Lucke parteiintern immer wieder „vor dem falschen Umgang mit Spenden“ gewarnt habe. Aber auch diese Warnung habe nichts gefruchtet, und das, so Adam, „wird Konsequenzen haben, nicht nur oben, in der Bundestagsverwaltung, sondern auch unten, bei den Wählern“.

Adam weiter: „Offenbar haben Guido Reil und Jörg Meuthen persönlich adressierte Spenden für ihre Wahlkämpfe entgegengenommen; für eventuelle Strafzahlungen wegen eben dieser Spenden wird aber nun Geld aus der Parteikasse zurückgestellt: was soll ein Mitglied davon halten?“

Die Proteste der AfD gegen unstatthaftes Verhalten anderer Parteien „klängen überzeugender, wenn sie sich selbst an die Regeln hielte – etwa beim Finanzgebaren -, deren Missachtung sie den anderen ankreidet“.

Mit dem Europakandidaten Reil ging Adam noch in anderer Hinsicht hart ins Gericht: „Nicht nur ich frage mich, wie ein Guido Reil auf Platz zwei der Europaliste kommt.“ Er verwies darauf, dass Reil im Zusammenhang mit dem EU-Parlament davon gesprochen hatte, dass das dortige Geschehen so überflüssig wie ein „Pickel am Arsch“. Damit disqualifiziere er sich doch schon sprachlich für das Amt des Volksvertreters, so Adam. „Wenn es der AfD darum geht, bei der Europawahl gut abzuschneiden, sollte sie den Wählern die Peinlichkeit ersparen, einen Berufsproleten wie ihn nach Straßburg oder Brüssel zu entsenden.“

Adam, der seine heutige Position in der AfD mit einem „Waggon auf dem Abstellgleis“ verglich, ist Ehrenvorsitzender der parteinahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Auf die Frage, was ein solcher Ehrenvorsitz bedeute, sagte Adam: „Das weiß ich auch nicht, obwohl die Namenswahl ja von mir stammt. Erasmus war eine europäische Geistesgröße, und etwas von dieser Art wünsche ich mir auch für diese Stiftung; hoffentlich nicht vergeblich.“

Zu kurz komme ihm in der Stiftung „das Bemühen, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die der AfD zwar distanziert, aber neugierig gegenüberstehen“. Zu solchen Leuten würde er gern „Brücken bauen“, sagte Adam. „Keine Partei dürfte solche Brückenschläge nötiger haben als die AfD.“

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