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21.09.2017

Bericht 18 Prozent der Minijobber zahlen in Rentenkasse ein

„Das ist der völlig falsche Weg.“

Berlin – 18 Prozent der Minijobber im gewerblichen Bereich zahlen in die Rentenkasse ein. In Privathaushalten sind es sogar nur etwas über 14 Prozent, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf Angaben des Bundesarbeitsministeriums zu einer Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Brigitte Pothmer.

Die Arbeitsmarktexpertin zeigte sich alarmiert, dass sich über 80 Prozent der geringfügig Beschäftigten von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Sie kritisierte, dass Union und FDP in ihren Wahlprogrammen dennoch die stetige Ausweitung der Minijob-Grenze versprächen. „Das ist der völlig falsche Weg“, so Pothmer. Die Folge sei, dass die Zahl der Minijobs weiter steigen und zugleich die Umwandlung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in Minijobs attraktiver werde. „Die versicherungsfreie Zone auf dem deutschen Arbeitsmarkt würde dann immer größer“, warnte die Grünen-Politikerin.

Laut Pothmer verzichtet die Mehrheit der Minijobber nicht nur auf Rentenansprüche, sondern riskiert auch Nachteile etwa bei der Erwerbsminderungsrente, bei Kinderberücksichtigungszeiten oder beim Ansammeln von Beitragszeiten. „Die Folgen sind bekannt: Insbesondere für Frauen steigt das Risiko der Altersarmut, denn oft genug erweisen sich für sie die Minijobs als berufliche Sackgasse“, erklärte die Grünen-Bundestagsabgeordnete.

Hinzu komme, dass mehr als drei Viertel aller Minijobber nur einen Niedriglohn gezahlt bekämen. Geringfügig Beschäftigten würden darüber hinaus oft gesetzliche Ansprüche wie die Lohnfortzahlung bei Krankheit oder Urlaubsgeld vorenthalten.

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