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Bundeswehrsoldat in Afghanistan

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11.02.2015

Bericht Zahl der traumatisierten Soldaten steigt um über 25 Prozent

„Krieg macht krank.“

Berlin – Die Zahl der Bundeswehrsoldaten mit neu entdeckten psychischen Erkrankungen ist im vorigen Jahr um 25,6 Prozent gestiegen. Das ergibt sich nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ (Mittwochsausgabe) aus einer Übersicht des Psychotraumzentrums der Bundeswehr in Berlin.

Demnach wurde im Jahr 2014 bei 204 Soldaten eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) festgestellt, das sind 55 mehr neue Fälle als 2013; bei 164 weiteren wurden andere psychische Krankheiten wie Ängste oder Depressionen diagnostiziert; dies sind 20 neue Fälle mehr als 2013. Insgesamt waren im letzten Jahr 627 Soldaten mit psychischen Erkrankungen in Behandlung.

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagte: „Die Sensibilität für das Thema hat zugenommen. Und die Stigmatisierung der Betroffenen hat abgenommen. Das ist aus unserer Sicht der Grund für die Zunahme.“

Die verteidigungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Christine Buchholz, kommentierte die Entwicklung in der „Berliner Zeitung“ mit den Worten: „Krieg macht krank.“ Der beste Schutz sei es, die Bundeswehr nicht mehr in Kriegseinsätze zu schicken.

Auch die sicherheitspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Agnieszka Brugger, hält den Anstieg für besorgniserregend. „PTBS und andere psychische Erkrankungen zeigen, welche langfristigen Konsequenzen Bundeswehreinsätze für den Einzelnen eben auch haben können“, erklärte sie.

Selbst wenn sich inzwischen bei den gesetzlichen Grundlagen viel verbessert habe, gebe es doch noch einige Baustellen, um die man sich dringend kümmern müsse. Dazu gehöre die Beschleunigung der Verfahren zur Anerkennung einer Wehrdienstbeschädigung, die immer noch viel zu lange dauerten, weil Personal fehle. „Das ist für die Betroffenen eine schlimme Hängepartie.“ Auch diejenigen, die aus der Bundeswehr ausgeschieden seien, müssten in den Blick genommen und betreut werden, betonte Brugger.

Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold zeigte sich überzeugt, dass das Problem „uns noch einige Jahre beschäftigen“ werde – und zwar als Konsequenz des Afghanistan-Krieges. Er beklagte einen Mangel an bundeswehreigenen Psychologen. Zusätzliches Personal sei indes schwer zu finden, da auf dem Gebiet auch im Zivilleben ein Mangel bestehe.

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