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27.02.2015

Bericht Verfassungsschutz forscht massiv mit stiller SMS aus

„Die Spitzelei der Geheimdienste höhlt das Vertrauen in die digitale Privatsphäre aus.“

Berlin – Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat eine umstrittene digitale Überwachungstechnik im vergangenen Jahr offenbar massiv ausgeweitet: Im zweiten Halbjahr 2014 versendete der deutsche Inlandsgeheimdienst rund 142.000 sogenannte stille SMS an die Mobiltelefone von Verdächtigen, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Während das Bundeskriminalamt (27.000) und die Bundespolizei (39.000) derartige Aktivitäten zurückgefahren hätten, habe der Verfassungsschutz fast dreimal häufiger Handys heimlich geortet als in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Die Ausweitung steht offenbar in Zusammenhang mit der stetig wachsenden Zahl von Dschihadreisenden nach und aus Syrien und Irak, berichtet der „Spiegel“ weiter.

Mithilfe stiller SMS können Sicherheitsbehörden Mobiltelefone teils bis auf wenige hundert Meter genau orten. Die Nachricht wird auf dem Display des Empfängers nicht angezeigt, sein Telefon bestätigt jedoch unbemerkt den Eingang der Nachricht.

Die Methode ist unter Datenschützern umstritten. So können etwa durch eine permanente Ortung Bewegungsprofile von Handy nutzern erstellt werden.

Die Linken-Abgeordneten Jan Korte und Andrej Hunko, auf deren Anfrage die Bundesregierung die aktuellen Zahlen mitteilte, bezweifeln, dass es dafür eine Rechtsgrundlage gibt: „Die Spitzelei der Geheimdienste höhlt das Vertrauen in die digitale Privatsphäre aus.“

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