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KSK-Scharfschütze

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27.04.2014

Bericht Unmut unter deutschen Elitesoldaten

„Das KSK blutet langsam aus.“

Berlin – Unter Elitesoldaten der Bundeswehr macht sich nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ großer Unmut über ihre ungewisse berufliche Zukunft breit. Der frühere Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte (KSK), Reinhard Günzel, hatte 2003 in einem Interview versprochen, jedem Soldaten werde „sein Wunsch nach adäquater Anschlussverwendung erfüllt“.

Das hatte bei den Angehörigen die feste Erwartung geschaffen, sie würden nach ihrer verschleißenden und gefährlichen Dienstzeit als Berufssoldaten übernommen. Tatsächlich müssen sie sich aber mit Soldaten anderer Einheiten um eine immer kleinere Zahl von Stellen bewerben und gehen dabei oft leer aus, weil andere Qualifikationen gefragt sind, berichtet die Zeitung.

Das Verteidigungsministerium relativierte frühere Versprechen. „Allen Kommandosoldaten wurde eine hohe Übernahmewahrscheinlichkeit zum Berufssoldaten in Aussicht gestellt, nicht jedoch eine Übernahmegarantie“, sagte ein Sprecher.

Die fehlenden Perspektiven in der Bundeswehr sowie die hohe Einsatzbelastung der Kommandosoldaten werfen Fragen nach der Einsatzfähigkeit der Elitetruppe auf. Zwar gibt die Bundeswehr die Gesamtgröße des KSK mit 1.100 Mann an, doch sind die vier Einsatzkompanien stark unterbesetzt. Sie erreichen nach Angaben eines früheren Angehörigen eine Stärke von kaum mehr 50 Soldaten. Normalerweise umfasst eine Kompanie 120 bis 150 Soldaten.

Das Verteidigungsministerium wollte „aus Sicherheitsgründen“ keine Angaben zu den Personalstärken der Einsatzkompanien machen. Ein Sprecher teilte lediglich mit, das 1996 gegründete KSK befinde sich „unverändert noch im Aufwuchs“. „Das KSK ist mit dem aktuellen Personalbestand in der Lage, die an den Verband gestellten Aufgaben zu erfüllen und seinen Einsatzverpflichtungen nachzukommen“, sagte ein Sprecher.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ verlassen jährlich mehr Soldaten das Kommando als im gleichen Zeitraum neu hinzukommen. Immer weniger Kommandosoldaten sind bereit, sich nach der Mindestverpflichtungszeit von sechs Jahren stets nur für ein Jahr oder zwei weitere Jahre ohne eine dauerhafte Beschäftigungsaussicht zu verpflichten. „Das KSK blutet langsam aus“, sagte der frühere Soldat der Zeitung.

Die Eliteeinheit war in den vergangenen Jahren vor allem in Afghanistan im Einsatz und wirkte dort an verdeckten Einsätzen zum Schutz der Truppe mit. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, derzeit gebe es bei der Nachwuchsgewinnung „keine nennenswerten Probleme“.

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