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Europäische Zentralbank

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26.10.2014

Bericht Unmut über EZB-Präsident Draghi wächst

Er mache seine Geldpolitik zunehmend mit einem exklusiven „Küchenkabinett“.

Berlin – In der Europäischen Zentralbank (EZB) wächst laut eines „Spiegel“-Berichts der Unmut über Präsident Mario Draghi. Er mache seine Geldpolitik zunehmend mit einem exklusiven „Küchenkabinett“, ärgern sich Kritiker. „Für gute Geldpolitik ist aber ein disziplinierter und strukturierter Prozess nötig“, so ein Notenbanker.

Früher hätten das gesamte geschäftsführende Direktorium sowie diverse Fachabteilungen das Vorgehen des EZB-Rats vor Entscheidungen breit diskutiert, heißt es. Heute stimme sich Draghi vor allem mit einem Zirkel aus Vertrauten ab, zu dem etwa seine Berater Frank Smets und Ex-Morgan-Stanley-Banker Arnaud Marès gehörten. Aus dem sechsköpfigen Direktorium würden nur Vizepräsident Vítor Constâncio, Chefvolkswirt Peter Praet sowie Benoît Cœuré richtig eingebunden.

Für Verstimmung im Rat sorgte auch, dass Draghi ohne Abstimmung öffentlich signalisierte, im Kampf gegen die niedrige Inflation die Liquidität im Euroraum um bis zu eine Billion Euro zu erhöhen. Eine wachsende Gruppe von EZB-Ratsangehörigen fürchtet immer weitergehende Maßnahmen, die letztlich in ein großes Ankaufprogramm für Staatsanleihen münden könnten.

Dazu gehören offenbar neben Bundesbank-Chef Jens Weidmann die Deutsche Sabine Lautenschläger, die beiden luxemburgischen Ratsmitglieder sowie die Notenbank-Chefs von Österreich, den Niederlanden, Lettland und Estland, heißt es in dem Bericht weiter.

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