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11.08.2015

Bericht Streit über Höhe der ersten Hilfstranche für Athen

EU-Kommission will bis zu 40 Milliarden Euro zu überweisen.

Berlin – In der Debatte um ein drittes Griechenland-Paket gibt es offenbar Differenzen um die Höhe der ersten Hilfstranche: Während einige Geldgeber der griechischen Regierung in einem ersten Schritt eher 20 bis 25 Milliarden Euro zahlen wollten, plädiere die EU-Kommission dafür, Hilfsgelder in einer Größenordnung von bis zu 40 Milliarden Euro an Athen zu überweisen, wie die „Welt“ aus europäischen Verhandlungskreisen erfuhr.

Athen könne damit nicht nur fällige Zahlungen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und später auch beim Internationalen Währungsfonds (IWF) tilgen. In der Summe wären auch Gelder für die Rekapitalisierung der angeschlagenen griechischen Banken enthalten. Außerdem könnte die Regierung mit rund 40 Milliarden Euro einen großen Teil ihrer offenen Rechnungen an die Privatwirtschaft zahlen.

Kritiker warnen allerdings vor einer Auszahlung in diesem Umfang: Der griechischen Regierung fehle danach jeglicher Druck, sich auf weitere Reformen einzulassen, hieß es. Und noch seien eine ganze Reihe an den sogenannten „Prior Actions“ (vorrangigen Maßnahmen) nicht endgültig geklärt.

Beobachter gehen davon aus, dass ein Teil der Maßnahmen auch nicht bis zum 20. August abschließend zu beraten sei. Dafür sei die Zeit zu kurz. Deshalb sei es wenig sinnvoll, Athen mit einer sehr großen ersten Tranche den Anreiz für weitere Reformen zu nehmen.

Insgesamt wird derzeit über ein Hilfsprogramm im Volumen zwischen 82 bis 86 Milliarden Euro verhandelt. Die genauen Größen lassen sich allerdings erst nach Abschluss der Beratungen genau kalkulieren. Der Grund: Erst dann ist klar, welche Reformen Griechenland genau angeht und wie die damit verbundenen Wachstums- und Sparziele beziffert werden.

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