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15.02.2015

Bericht Niedrigzinsen lassen Pensionsverpflichtungen steigen

„Alles in allem ist das eine alarmierende Entwicklung.“

Berlin – Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Pensionsverpflichtungen deutscher Unternehmen auf ein Rekordhoch getrieben. Allein die Verpflichtungen der 30 DAX-Konzerne erhöhten sich im Jahresverlauf 2014 um 29 Prozent auf 391,7 Milliarden Euro, berichtet die „Welt am Sonntag“ (15. Februar 2015) unter Berufung auf eine Auswertung der Unternehmensberatung Towers Watson.

Da sich das Pensionsvermögen im gleichen Zeitraum lediglich um acht Prozent auf 213,5 Milliarden Euro erhöhten, habe sich die Pensionslücke deutlich vergrößert. Lediglich 54,5 Prozent aller Pensionsverpflichtungen seien mit Kapitalanlagen abgedeckt. Im Vorjahr waren es noch 65,3 Prozent.

Nie zuvor habe es einen größeren Einbruch innerhalb von zwölf Monaten gegeben, heißt es weiter. „Die ultralockere Geldpolitik der EZB drückt den Rechnungszins nach unten, was zu steigenden Kosten für die betriebliche Altersvorsorge führt“, sagte Thomas Jasper von der Unternehmensberatung Towers Watson der „Welt am Sonntag“. Zuletzt habe der Zins nur noch 2,10 Prozent betragen, ein Jahr zuvor konnten Unternehmen noch mit 3,65 Prozent kalkulieren.

Wegen der notwendigen Rückstellungen reduziert sich das Eigenkapital der Konzerne. „Bei den 30 DAX-Unternehmen wird das Eigenkapital in diesem Jahr mit rund 80 Milliarden Euro belastet“, sagte Jasper weiter.

Auch der Mittelstand gerät wegen der Niedrigzinspolitik der EZB zunehmend unter Druck. „Jetzt kommt für Klein- und Mittelbetriebe das böse Erwachen“, sagte Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) der „Welt am Sonntag“.

Er schloss eine steigende Zahl an Insolvenzen infolge zu hoher Pensionslasten in den kommenden Jahren nicht aus. Zumal allmählich die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter kämen. „Alles in allem ist das eine alarmierende Entwicklung“, sagte Ohoven weiter.

Neuen Mitarbeitern niedrigere Pensionszusagen zu machen, sei nur scheinbar ein Ausweg. „Das würde erst langfristig wirken und hätte zudem den Nachteil einer Art `Zwei-Klassen-Gesellschaft` innerhalb der Belegschaft“, sagte er der Zeitung.

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