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Frau mit Kopftuch und Frau ohne Kopftuch

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03.08.2015

Bericht Integrationskurse immer beliebter

„Zu viele Menschen sind derzeit faktisch von den Integrationskursen ausgeschlossen.“

Berlin – Die Zahl der Zuwanderer, die an Integrationskursen teilnehmen, ist von 2013 auf 2014 deutlich gestiegen. Das geht nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montagausgabe) aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des innenpolitischen Sprechers der Grünen, Volker Beck, hervor. Demnach mache rund ein Viertel der Zuwanderer von seinem Recht auf Teilnahme keinen Gebrauch. Außerdem erreicht nur etwa die Hälfte das höchste Sprachniveau.

Der Antwort zufolge wuchs die Zahl der Teilnehmer von rund 117.000 im Jahr 2013 auf mehr als 142.000 im Jahr 2014. Für 2015 und 2016 seien weitere Teilnehmeranstiege zu erwarten, heißt es in der Antwort. Zirka 25 Prozent aller Teilnahmeberechtigungen seien jedoch nicht wahrgenommen worden. Als Gründe gelten Zeitmangel aufgrund von Erwerbstätigkeit, Krankheit oder Schwangerschaft sowie der Zwang, sich an den Kosten finanziell beteiligen zu müssen.

Zudem hätten etwa 50 Prozent aller Teilnehmer an Integrationskursen das maximale Niveau B1 erlangt. Die entscheidende Rolle spielten dabei „die persönlichen Lernvoraussetzungen. So ist es beispielsweise für primäre Analphabeten ungleich schwerer, Fortschritte in einer fremden Sprache zu erzielen.“

Beck lobte die Einführung der Integrationskurse im Jahr 2005. „Die Einführung der Integrationskurse durch die rot-grüne Bundesregierung vor zehn Jahren war ein integrationspolitischer Meilenstein“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, die Einwanderungsgesellschaft in Deutschland zukunftsfähig auszugestalten.“ Denn bis dahin seien weniger als zehn Prozent der Zuwanderer ein Sprachkurs angeboten worden.

Beck beklagte indes: „Zu viele Menschen sind derzeit faktisch von den Integrationskursen ausgeschlossen. Asylbewerber, Geduldete und Unionsbürger sollten endlich einen Teilnahmeanspruch bekommen. Denn viele von ihnen werden dauerhaft in Deutschland bleiben. Der zügige Erwerb von Deutschkenntnissen erleichtert die gesellschaftliche und berufliche Integration und entlastet dadurch die Länder und Kommunen.“

Die Vorstellung der Großen Koalition, nur Asylsuchenden mit sogenannter guter Bleibeperspektive die Kursteilnahme zu ermöglichen, greife jedenfalls zu kurz, fügte der Grünen-Politiker hinzu. Zudem würden die Lehrkräfte in den Integrationskursen „leider oftmals nicht angemessen honoriert“, erklärte er.

Im Koalitionsvertrag hätten CDU, CSU und SPD noch angekündigt, für eine bessere Bezahlung der Lehrkräfte sorgen zu wollen. Geschehen sei nichts. Die durchschnittliche Mindestvergütung betrug zuletzt 20,20 Euro pro Stunde.

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