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Sigmar Gabriel

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05.04.2019

Bericht Gabriel beschloss „Landshut“-Rückholung im Alleingang

„Persönlich bin ich für Option 2 (große Version).“

Berlin – Der SPD-Politiker Sigmar Gabriel hat während seiner Amtszeit als Außenminister laut eines Medienberichts entschieden, das Wrack der Lufthansa-Maschine „Landshut“ gegen den Rat seiner Fachleute zurück nach Deutschland zu holen. Das geht aus Akten des Auswärtigen Amts hervor, über die der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

Demnach habe die zuständige Kulturabteilung des Auswärtigen Amts in einem Vermerk vom 17. Februar 2017 vor dem finanziellen und logistischen Aufwand gewarnt und sich dafür ausgesprochen, lediglich Einzelteile der im Herbst 1977 von palästinensischen Terroristen entführten Boeing in Deutschland auszustellen. Die GSG-9 hätte gern eines der Leitwerke auf ihrem Gelände in Sankt Augustin bei Bonn aufgestellt, das Bonner Haus der Geschichte interessiere sich für eine Tür des Flugzeugs.

„Es besteht bereits ein fertiger Plan für Ankauf, Verbringung und Ausstellung der beiden Objekte“, heißt es in dem Vermerk. „Die Finanzierung ist bereits gesichert“, heißt es weiter.

Obwohl auch Gabriels Staatssekretär Walter Lindner dem Rat der Kulturabteilung folgte, entschied sich Gabriel dafür, das ganze Wrack aus Brasilien zu holen: „Persönlich bin ich für Option 2 (große Version)“, notierte Gabriel am 21. Februar 2017 handschriftlich auf den Vermerk.

Ähnlich hemdsärmelig habe sich Gabriel den Akten zufolge auch für das Dornier-Museum in Friedrichshafen als Standort der Maschine entschieden. Gabriel habe zudem das Auswärtige Amt die Rückholung der „Landshut“ organisieren lassen, ohne dass die Finanzierung für die Restaurierung und den Aufbau der Ausstellung gesichert war. Ein Spendenaufruf über die „Bild“-Zeitung spielte nur eine fünfstellige Summe ein.

Auch die Verhandlungen mit der Lufthansa (LH) gestalteten sich mühsam: „LH zurückhaltend, weil für sie aus eigener Perspektive kein Werbeaushängeschild“, heißt es in einer Gesprächsvorlage vom Juli 2017. Die Absagen privater Spender führten dazu, dass das Auswärtige Amt die Kosten für den „Landshut“-Anbau des Dornier-Museums in Höhe von voraussichtlich fünf Millionen Euro aus eigenem Haushalt tragen muss.

Auf die Frage, warum er das Projekt durchboxte, sagte Gabriel dem „Spiegel“: „Weil ich fand (und finde), dass die `Landshut` für einen dramatischen und einschneidenden Teil der bundesrepublikanischen Geschichte steht.“

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