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Bundeswehr-Soldat

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31.08.2017

Bericht Bundeswehr setzt bei Rekrutierung verstärkt auf Feriencamps

„Die Camps haben den Charakter von Ferienlagern.“

Berlin – Die Bundeswehr setzt bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften zunehmend auf Ferien- Kennenlern-, IT- und Abenteuercamps für Schüler und Jugendliche. Mehr als 1.000 Jugendliche hätten seit 2012 Jahr für Jahr teilgenommen, berichtet die „Welt“ (Donnerstag) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. 2016 waren es demnach 1.544, allein in den ersten sieben Monaten 2017 bereits 2.066 Teilnehmer.

Angebote gab es an Standorten der Marine und Luftwaffe, vor allem aber beim Heer, etwa bei Panzereinheiten, Gebirgsjägern, im Sanitätsdienst oder bei den neu geschaffenen IT-Bataillonen.

Die Nachfrage nach den Veranstaltungen zeige „das verstärkte Interesse der Jugendlichen, den Arbeitsplatz Bundeswehr mit seinen beruflichen Chancen und Möglichkeiten vor Ort näher kennenzulernen, das Gespräch mit Soldatinnen und Soldaten zu suchen und erste authentische Eindrücke über den Arbeitgeber Bundeswehr für eine konkrete Bewerbung zu erlangen“, heißt es in der Stellungnahme der Regierung.

Das genaue Alter der Teilnehmer wurde nicht erfasst. Sofern die Veranstaltungen in der Verantwortung des Jugendmarketings durchgeführt würden, erfolge die Bewerbung der Zielgruppe der 16- bis 17-Jährigen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. „Darüber hinaus können im Einzelfall Lebensjüngere mit betrachtet werden, sofern sich diese in der Berufsorientierungsphase beziehungsweise Berufsfindungsphase befinden.“ Diese Jugendlichen werden nach Angaben des Verteidigungsministeriums durch „zielgruppengerechte Marketing- und Medienanalyse sowie entsprechende Werbung“ angesprochen.

Norbert Müller, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Linksfraktion, kritisierte das Vorgehen scharf. „Die Camps haben den Charakter von Ferienlagern und werden genauso beworben, dabei stecken knallharte Werbepraktiken von Profis dahinter, die genau wissen, wie man Kinder- und Jugendliche anspricht“, sagte Müller der „Welt“. Die Bundesregierung müsse sicherstellen, „dass sie die Kinderrechte und den Schutz von Kindern und Jugendlichen ernst nimmt und endlich diese Werbepraxen einstellen“.

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