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12.11.2015

Bericht Bau des Fusionsreaktors Iter wird teurer als angenommen

Der Iter-Chef hielte es für „kurzsichtig“, die Fusion abzuschreiben.

Berlin/Saint-Paul-lès-Durance – Der Bau des internationalen Kernfusionsreaktors Iter in Südfrankreich wird offenbar noch teurer werden und noch länger dauern als bisher angenommen. Laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wird sich der Startschuss für die Arbeit des Experimentalreaktors nochmals um etwa fünf Jahre und damit bis zum Jahr 2025 verschieben. Entsprechend reichten die bislang geschätzten 15 Milliarden Euro für den Bau der Fusionsanlage vom Tokamak-Typ nicht aus.

„Es ist davon auszugehen, dass das Projekt deutliche Verzögerungen und Mehrkosten aufweisen wird“, heißt es dem Bericht zufolge in einem internen Bericht des Bundesforschungsministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags. Allein die Errichtung des Tokamak-Gebäudekomplexes sei um „bis zu 45 Monate“ in Verzug und könne sich „um bis zu eine Milliarde Euro verteuern“.

Neben den mit dem Iter-Bau verbundenen technologischen Herausforderungen sind dem BMBF-Papier zufolge vor allem „ineffektive Zusammenarbeit und unklare Rollen- und Verantwortungsverteilung“ unter den Iter-Teilhabern China, Indien, Japan, Korea, USA, Russland und EU für die Planabweichungen verantwortlich.

Mitte nächster Woche wird der Generaldirektor der Iter-Organisation, der Franzose Bernard Bigot, den Iter-Teilhabern offiziell einen neuen Preis für das Megaprojekt nennen und einen überarbeiteten Zeitplan vorstellen. Im „Spiegel“ verteidigt Bigot die Entwicklung der Fusionstechnologie: „Es gibt nicht so viele Alternativen, um saubere und nachhaltige Energie zu produzieren.“

Der Iter-Chef hielte es für „kurzsichtig“, die Fusion abzuschreiben. „Wenn wir Erfolg haben“, so Bigot, „erschließen wir eine klimaneutrale, fast unerschöpfliche Energiequelle, die überall verfügbar ist.“

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