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Bergung des Öls aus den ersten sechs Tanks angelaufen

© AP, dapd

24.01.2012

Unfälle Bergung des Öls aus den ersten sechs Tanks angelaufen

Weitere Leiche gefunden.

Giglio – Elf Tage nach der Havarie haben am Wrack des Kreuzfahrtschiffs “Costa Concordia” die Arbeiten zum Abpumpen der rund 2.400 Tonnen Schweröl begonnen. Eine große Plattform mit einem Kran und weiterer Ausrüstung an Bord machte am Dienstag an dem Schiff fest. Rettungstaucher fanden unterdessen im Inneren des Wracks eine weitere Leiche. Es war das 16. bestätigte Todesopfer. Sieben der Toten sind noch nicht identifiziert. Sie werden vermutlich noch in der Liste der 17 Vermissten geführt.

Arbeiter der Bergungsfirma Smit waren zu sehen, wie sie am Bug des Schiffes und auf dem Wasser in der Nähe Vorbereitungen für das Abpumpen trafen. Der Leiter des Zivilschutzes, Franco Gabrielli, erklärte, das eigentliche Abpumpen werde vermutlich nicht vor Samstag beginnen. Man habe sechs Tanks lokalisiert, die auch relativ leicht zu erreichen seien, sagte Gabrielli. Wenn diese Tanks leer seien, seien 50 Prozent des Treibstoffs an Bord abgepumpt.

“Wir gehen natürlich davon aus, dass die Wetterbedingungen ähnlich gut bleiben, wie sie im Augenblick sind”, sagte Gabrielli. Dann werde rund um die Uhr weitergearbeitet. Insgesamt kann das Abpumpen des gesamten Treibstoffs nach Schätzungen von Smit einen Monat dauern.

“Zur Zeit glauben wir nicht daran, dass das Risiko einer Ölverschmutzung groß ist. Aber falls sich die Wetterbedingungen verschlechtern, kann niemand vorhersagen, was das Schiff tun wird”, sagte Bart Huizing, Betriebsleiter von Smit, der Nachrichtenagentur AP.

Taucher erkunden unter Wasser die genaue Lage der Treibstofftanks. Danach sollen sie Löcher in die Bordwand schneiden und Ventile anbringen. “Es ist nie Routine. Es besteht immer ein Risiko. Aber wir haben das in der Vergangenheit schon gemacht. Im Moment sehen wir keine Probleme”, sagte Huizing. “Aber es ist trotzdem schwierig, weil es Schweröl ist, das wir höchstwahrscheinlich erhitzen müssen, bevor wir es abpumpen”, sagte er. Durch an die von den Tauchern angebrachten Ventile angeschlossene Schläuche soll das Öl abgepumpt und die Tanks mit Meerwasser wieder aufgefüllt werden.

Sorgen machten sich am Montag bei den Bewohnern von Giglio und den Behörden breit, als ein Ölfilm auf dem Wasser entdeckt wurde. “Es handelt sich um einen sehr dünnen Film auf dem Wasser”, sagte Gabrielli. Er stelle im Augenblick “keine wirkliche Gefahr” für das angrenzende Naturschutzgebiet dar. Es wurden das Öl absorbierende Sperren ausgebracht. Gabrielli kündigte an, Messdaten der regionalen Umweltbehörden zur Wasserqualität noch am Dienstag veröffentlichen zu wollen.

Die Reederei Coasta kündige am Dienstag an, den Passagieren der “Costa Concordia” alle Kosten im Zusammenhang mit der so abrupt zu Ende gegangenen Reise zu ersetzen. Sie sollen ihre An- und Abreisekosten, die Kosten für die Kreuzfahrt selbst, alle an Bord getätigten Ausgaben sowie alle aus dem Untergang resultierenden medizinischen Kosten erstattet bekommen. Außerdem teilte der Kreuzfahrtveranstalter mit, “es wird alles unternommen, um die in den Kabinensafes zurückgelassenen Wertgegenstände zurückzuerstatten”.

Inzwischen wird auch die Inneneinrichtung des Kreuzfahrtschiffs zu einem Problem. Man habe Costa gebeten zu sagen, was mit den aus dem Inneren des Schiffs stammenden Gegenständen geschehen soll, die im Meer treiben, sagte Gabrielli. Täglich sammele ein Boot herumschwimmende Tische, Stühle und andere Möbel ein. Man habe bereits die Provinzbehörden ersucht, eine Deponie auf dem Festland zu benennen, wo das Material abgeladen werden könne.

Nach der Bergung des bislang 16. Todesopfers wollten die Behörden Medienberichte, wonach es sich um eine Frau handele, zunächst nicht bestätigen

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