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Bergsteigerin spricht über tödliches Drama am K2

Hamburg – Die österreichische Höhenbergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner hat erstmals über ihre dramatisch gescheiterte Expedition zum Gipfel des K2 (8611 Meter), bei der ihr Kletterkamerad Fredrik Ericsson am 6. August ums Leben kam, gesprochen. Der Schwede war auf etwa 8300 Höhenmetern beim gemeinsamen Aufstieg mit Kaltenbrunner abgestürzt.

„Fredrik war 40 Meter rechts über mir“, sagt Kaltenbrunner über den tragischen Moment dem „Spiegel“. „Ich schaute einen Moment nicht hoch. Ich glaube, er wollte an einem Fels Haken einschlagen. Dabei muss etwas herausgebrochen sein. Es ging alles so schnell, es herrschte dichter Nebel. Ich habe nur gesehen, wie er plötzlich herabstürzt.“ Ericsson fiel etwa tausend Meter in die Tiefe. „Ich stand da wie festgefroren, ich dachte: Bitte! Es darf nicht sein! Ich habe mich an meinen Steileisgeräten festgeklammert“, schildert Kaltenbrunner ihre Reaktion.

„Dann bin ich runter. Ich weiß nicht, warum, aber ich bildete mir ein, ich könnte Fredrik finden.“ Sie erfuhr jedoch über Funk, dass sein Körper regungslos im Schnee gesichtet wurde. Nach elf Stunden Abstieg erreichte sie das Basislager in 5000 Meter Höhe und war in Sicherheit. „Keine Sekunde“ habe sie nach Ericssons Absturz daran gedacht, weiter zum Gipfel vorzustoßen. Kaltenbrunner zählt zu den weltbesten Extremberg – steigern und hat bislang 13 der 14 Achttausender bestiegen, nur am K2 scheiterte sie bislang. Sie klettert stets ohne Sauerstoffflaschen und Hochträger.

Die 39-jährige Kaltenbrunner hatte die Expedition im Karakorum-Gebirge mit ihrem deutschen Ehemann Ralf Dujmovits in Angriff genommen. Die beiden trafen im Basis – lager auf Ericsson, der ein guter Freund von ihnen war. „Wir hatten zufällig den gleichen Rhythmus mit Rast- und Aufstiegstagen, so dass wir schon vom Basislager aus parallel aufgestiegen sind“, sagt Kaltenbrunner. Nachdem ihr Mann und ein Begleiter Ericssons im weiteren Verlauf des Aufstiegs umgedreht waren, kletterten Kaltenbrunner und Ericsson zu zweit weiter: „Fredrik war ein erstklassiger Bergsteiger.“

Trotz der Erlebnisse werde sie weiterhin im Hochgebirge klettern. „Ich setze mich natürlich damit auseinander, was mich am Berg erwartet, was passieren könnte. Aber wenn ich lossteige, dann wird der Tod komplett ausgeblendet, er existiert nicht.“ Ob sie erneut versuchen wird, auf den K2 zu steigen, lässt Kaltenbrunner offen: „Ich möchte einfach mal Zeit vergehen lassen und schauen, wie sich mein Gefühl entwickelt.“

22.08.2010 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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