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Belgien trauert um seine toten Kinder

© AP, dapd

16.03.2012

Busunfall Belgien trauert um seine toten Kinder

Drei Tage nach dem Busunfall in der Schweiz hält das Land in einer Schweigeminute inne.

Brüssel – Die Flaggen auf halbmast, die Züge im Bahnhof, eine Schweigeminute auf öffentlichen Plätzen, in Schulen, Behörden, Fabriken und dem Parlament: Belgien hat am Freitag der 28 Todesopfer des schweren Busunglücks in der Schweiz gedacht. Zum ersten Mal seit dem Tod von König Baudouin 1993 rief die Regierung einen nationalen Trauertag aus.

Um 11.00 Uhr hielt das ganze Land für eine Minute inne. Die Züge und Busse und verharrten an den Haltestellen. Anschließend heulten die Sirenen in den Gemeinden, die Martinshörner der Rettungswagen ertönten. Die Kirchenglocken läuteten. Kinder vor der Sint-Lambertus-Schule in Herverlee bei Löwen, auf die sieben der ums Leben gekommenen Kinder gingen, ließen Hunderte weiße Luftballons in den Himmel steigen. Auch vor der zweiten betroffenen Schule in Lommel legten Angehörige, Klassenkameraden und Bürger wieder Blumen und Kerzen nieder und versuchten sich gegenseitig Trost zu spenden.

Bei dem Unfall am Dienstag in einem Autobahntunnel nahe der Schweizer Stadt Siders waren 21 Belgier und sieben Niederländer ums Leben gekommen, darunter 22 Kinder. In der Nacht zum Freitag waren die ersten weißen Särge mit Kinderleichen auf dem Brüsseler Militärflughafen gelandet. Am Mittag verließ ein Konvoi schwarzer Leichenwagen den Flughafen und brachte die Opfer in ihre Heimatstädte.

Auch in den Niederlanden hingen die Flaggen am Freitag auf halbmast. „Man schickt seine Kinder auf Klassenfahrt, und man sorgt sich immer um ihre sichere Rückkehr“, sagte Regierungschef Mark Rutte. „Und diesmal gibt es so einen schrecklichen Ausgang. Wir sind alle in Trauer vereint.“

In der Schweiz gingen die Untersuchungen der Unglücksursache weiter. Es würden drei Pfade verfolgt, sagte Olivier Elsig, Staatsanwalt im Kanton Wallis. Ein technisches Problem mit dem Bus, eine plötzliche Erkrankung des Fahrers oder ein Fahrfehler. Die Schweizer Straßenverkehrsbehörden untersuchten überdies die Tunnelkonstruktion.

Der Bus war an einer Mauer am Ende einer Nothaltebucht zerschellt, die im rechten Winkel zur Fahrtrichtung steht. „Im Prinzip kann man den Winkel abflachen oder mit Bollern absichern“, sagte Behördensprecher Michael Müller der Nachrichtenagentur AP. „So ein schweres Unglück muss immer Anlass geben, die Umstände zu analysieren.“ Allerdings könnten bauliche Eingriffe auch neue Gefahren für andere Fahrzeuge wie Autos oder Motorräder bringen. Vom ADAC war der Tunnel als sicher eingestuft worden.

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