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Behörden rätseln weiter über Herkunft des Eiergifts

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12.04.2012

Dioxin-Skandal Behörden rätseln weiter über Herkunft des Eiergifts

Hofbetreiber verweigert Zugriff auf Unterlagen.

Essen – Die Giftfunde in ostwestfälischen Bio-Eiern geben den Behörden weiter Rätsel auf. Bislang gebe es keinen Hinweis auf die Ursache für die dioxinähnliche Belastung, sagte der Präsident des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Essen, Heinrich Bottermann, am Donnerstag. „Das macht uns natürlich ein Stück unruhig“, gab er zu.

Erschwert wird die Arbeit der Behörden durch den Betreiber des betroffenen Hofs in Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke). Der Tierhalter selbst sei ins Ausland verreist, sein Verwalter verweigere den Zugriff auf Unterlagen – am Mittwochabend bereits zum wiederholten Mal, monierte Bottermann. Dabei hatten sich die Prüfer von den Unterlagen weitere Aufschlüsse über die Vertriebswege des Hofes erhofft. Denn immer noch ist unklar, ob inzwischen alle Verkaufskanäle bekannt sind.

Unterdessen gehen die Behörden einer neuen PCB-Spur nach. Möglicherweise sei eine vor zehn Jahren stillgelegte Ziegelei in der Umgebung für die dioxinähnliche Belastung verantwortlich, sagte Thomas Delschen, der im LANUV als Abteilungsleiter unter anderem für Umweltwirkungen zuständig ist. Anwohner hätten berichtet, dass es in der Ziegelei früher viel Rauch und Ruß gegeben habe. Möglicherweise sei dort „problematisches Material“ zum Heizen verwendet worden, so dass das Gift PCB durch die Luft zum betroffenen Legehennenbetrieb gelangt sei. Derzeit werden Bodenproben analysiert.

Der Leiter der Abteilung Verbraucherschutz im Umweltministerium, Peter Knitsch, kündigte ein hartes Vorgehen gegen den Tierhalter an. Notfalls würden sich die Behörden einen Durchsuchungsbefehl besorgen, sagte er. Mögliche Meldeverstöße von Erzeuger, Vertreibern und Prüfungslabors, für die es „massivste Indizien“ gebe, würden ebenfalls bei Bedarf mithilfe der Staatsanwaltschaft verfolgt.

Nach bisherigen Erkenntnissen des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums gab es bereits am 15. März Hinweise darauf, dass Eier des Biohofs gefährlich verunreinigt waren. Doch erst elf Tage später wurden die Behörden informiert. Untersuchungen ergaben, dass offenbar weder Wasser noch Futtermittel für die Verunreinigungen verantwortlich sind.

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