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Beate Klarsfeld will, wenn die Linke sie will

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23.02.2012

Wulff-Nachfolge Beate Klarsfeld will, wenn die Linke sie will

„Nazi-Jägerin“ steht als Präsidentschaftskandidatin zur Verfügung – Parteispitzen beraten in Berlin.

Berlin – Beate Klarsfeld will als Bundespräsidentin kandidieren, falls die Linke sie nominiert. In mehreren Interviews machte die als „Nazi-Jägerin“ bekannte 73-Jährige ihre Bereitschaft zur Kandidatur deutlich. Entschieden ist jedoch noch nichts. Die Spitzen der Linken aus Bund und Ländern kamen am Nachmittag in Berlin zusammen, um ihr Vorgehen bei der Bundespräsidentenwahl zu besprechen.

Klarsfeld sagte „Zeit Online„, sie stehe für eine Kandidatur zur Verfügung. Allerdings habe sich bislang noch kein Spitzenpolitiker der Linken bei ihr gemeldet. Sie selbst habe vielmehr bei der Vorsitzenden Gesine Lötzsch angerufen, nachdem diese am Wochenende auf einem Parteitag über Klarsfeld gesprochen habe.

Dem Präsidentschaftskandidaten von Union, FDP, SPD und Grünen, Joachim Gauck, zollte Klarsfeld Respekt. Sie bezeichnete ihn als „sehr moralischen Kandidaten“, den sie sehr schätze. „Und er hat auch schon nett über mich gesprochen.“

Der Online-Ausgabe des „Tagesspiegels“ sagte Klarsfeld über Gauck: „Jeder hat auf seiner Seite gekämpft. Er in der DDR, ich in Westdeutschland.“ Der DDR-Bürgerrechtler und sie seien durch „gegenseitige Anerkennung“ verbunden. Im Falle ihrer Nominierung wolle sie „kein Anti-Gauck“ sein, sagte Klarsfeld.

Zudem machte sie klar: „Ich vertrete nicht die Politik der Linken.“ Eine Nominierung für das höchste Staatsamt würde sie auffassen als „Anerkennung für die Arbeit, die ich geleistet habe“.

Der Ko-Vorsitzende der Linken, Klaus Ernst, würdigte Klarsfeld als „respektable Persönlichkeit“. Sie habe sich im Kampf gegen Neonazis einen Namen gemacht, sagte Ernst im NDR. Er ließ allerdings offen, ob die Partei tatsächlich einen eigenen Kandidaten aufstellt. Kritisch äußerte sich Ernst erneut zu Gauck, den er als „Kandidaten der Regierenden“ bezeichnete.

Klarsfeld ist unter anderem Mitbegründerin der Organisation „Söhne und Töchter deportierter französischer Juden“. Sie ist seit 1963 mit dem französischen Rechtsanwalt Serge Klarsfeld verheiratet, der seinen Vater in Auschwitz verlor. Weltbekannt wurde Beate Klarsfeld 1968, als sie den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) auf einem Parteitag wegen dessen früherer NSDAP-Mitgliedschaft ohrfeigte.

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