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Bahr wirbt für Organspende

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22.02.2012

"Spender sind Lebensretter" Bahr wirbt für Organspende

Rund 1.000 Menschen sterben pro Jahr wegen fehlender Spenderorgane.

Berlin – Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr ruft die Bürger auf, sich für eine Organspende zu entscheiden. Derzeit warteten mehr als 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan, sagte der FDP-Politiker am Mittwoch in Berlin. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) sterben jedes Jahr in Deutschland rund 1.000 Menschen aufgrund fehlender Spenderorgane.

Derzeit sind laut Bundeszentrale 74 Prozent der Deutschen zu einer Organ- und Gewebeentnahme nach ihrem Tod bereit. Allerdings besitzen nur 25 Prozent einen entsprechenden Spenderausweis. Die meisten Ausweise sind in der Gruppe der 26- bis 55-Jährigen mit 27 Prozent zu finden, die kleinste ist mit 21 Prozent die der 56- bis 75-Jährigen. Unter Jugendlichen sind es 23 Prozent.

Zusammen mit der TK startete die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung daher eine Kampagne unter dem Motto „Organspende macht Schule“. In dem gleichnamigen Film wirbt HipHopper Bo Flower dafür, sich frühzeitig schon eine Meinung zu bilden. In Deutschland können Jugendliche mit 16 selbst entscheiden, ob sie Organspender werden wollen. Mit 14 Jahren schon können sie sich dagegen aussprechen.

Hohe Bereitschaft, aber wenig Zusagen

Für Bahr ist es wichtig, die Kluft zwischen Bereitschaft und der tatsächlichen Einwilligung mit einem Ausweis zu schließen. „Jeder Organspender ist ein Lebensretter“, sagte der FDP-Politiker. Eine Aktion an deutschen Schulen soll nun helfen, dass sich möglichst viele junge Menschen mit dem Thema auseinandersetzen, eine Entscheidung treffen und diese auch in einem Spenderausweis dokumentieren.

Ohnehin nur 4.000 potenzielle Kandidaten

Die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott, wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr Organe von 1.900 Spendern entnommen worden seien. Das reiche bei weitem nicht aus, alle Betroffenen in Deutschland zu versorgen. Deutschland sei bei der Organspende ein „Nehmerland“.

Das wird nach Angaben von Pott auch so bleiben, selbst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft würden. Denn nur 4.000 potenzielle Spender kämen pro Jahr überhaupt für eine Organspende in Frage. Da sogenannte Lebendspenden nur bei Nieren und Teile der Leber möglich seien, kämen bei Herz oder Lunge zwangsläufig nur Organe von hirntoten Menschen in Betracht.

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