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01.12.2010

Stuttgart 21 Bahn will Schlichterspruch zu Stuttgart 21 bald umsetzen

Stuttgart – Die Deutsche Bahn betrachtet den Schlichterspruch von Heiner Geißler zu Stuttgart 21 als Bestätigung des Bahnprojektes und will mit der Umsetzung der Vorschläge bald beginnen. „Wir sind erleichtert über die Einschätzung des Schlichters, dass das Projekt Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm fortgeführt werden sollen. Die von den Kritikern favorisierte Variante K21 ist nicht durchgeplant und finanziert „, erklärte Volker Kefer, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn, am Mittwoch.

Die Bahn sieht sich verpflichtet, den vorgeschlagenen Stresstest für den Bahnknoten Stuttgart durchzuführen. Dieser Test bilde die Grundlage für mögliche Anpassungen, die Geißler als „Stuttgart 21 plus“ vorgeschlagen hat. „Ebenso lassen sich damit die Maßnahmen definieren, die den größten Nutzen für die Leistungsfähigkeit des Bahnknotens bringen“, so Kefer. Der sogenannte Stresstest ermögliche die realitätsnahe Abbildung des Betriebes in einem Computermodell mit Hilfe von Fahrplansimulationen. Um eine ausreichende statistische Sicherheit der Ergebnisse zu erzielen, würden mindestens 100 Betriebstage simuliert und ausgewertet werden. Anschließend sollen die Simulationsergebnisse von der Schweizer Firma SMA überprüft werden.

Bei den möglichen Anpassungen geht es unter anderem um die Erweiterung des Tiefbahnhofs um ein neuntes und zehntes Gleis. Als weiterer Punkt aus der Schlichtung sollen gesunde Bäume im Schlossgarten erhalten bleiben und der Baufortschritt durch Umpflanzungen ermöglicht werden. Die Bäume am Kurt-Georg-Kiesinger-Platz sollen ebenfalls in die Untersuchung zur Umpflanzung einbezogen werden. Auch werde die Bahn auf die Behindertenverbände zugehen, um weitere Optimierungen am Bahnhof zu besprechen sowie auf die Stuttgarter Feuerwehr zum Thema Brandschutz. „Was wir mit vertretbarem Aufwand und im Konsens der Projektpartner als Verbesserung vornehmen können, werden wir umsetzen“, betonte Kefer. Wenn die Planung aktualisiert sei, sollen die Projektsprecher Udo Andriof und Wolfgang Dietrich über den weiteren Fortgang der Bauarbeiten informieren.

Für die Schlichtungsrunden ab dem 22. Oktober dieses Jahres haben Experten der Bahn 20 Vorträge im Umfang von über 1.000 Seiten angefertigt sowie rund 150 Fragen der Kritiker detailliert beantwortet. „Diese Arbeit hat sich gelohnt, denn jetzt liegen alle Fakten auf dem Tisch. Mit der Schlichtung ist es uns gelungen, einer breiten Öffentlichkeit umfassende Informationen zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm zu vermitteln. Deeskalation durch Dialog hat sich als erfolgreiches Rezept bewährt. Die Erfahrungen der Stuttgarter Schlichtung werden wir in die Vermittlung anderer Großprojekte einbringen“, erklärte Kefer abschließend.

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