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Bahn hält an Fertigstellungstermin 2020 fest

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23.04.2012

Stuttgart 21 Bahn hält an Fertigstellungstermin 2020 fest

Tiefbahnhof und Trasse Wendlingen-Ulm sollen 2020 in Betrieb gehen.

Stuttgart – Das über vier Milliarden Euro teure Verkehrsprojekt „Stuttgart 21“ soll wie geplant Ende 2020 in Betrieb gehen. Bahnvorstand Volker Kefer wies am Montag Berichte über eine mögliche einjährige Verspätung bei der Fertigstellung des umstrittenen Bahnprojekts zurück. Kefer sagte beim „forum Stuttgart 21“ der „Stuttgarter Nachrichten“, die Deutsche Bahn halte an dem Fertigstellungstermin Ende 2020 fest. Die Bauarbeiten am Stuttgarter Tiefbahnhof und an der Strecke von Wendlingen nach Ulm würden harmonisiert, so dass beide Projekte gemeinsam übergeben werden könnten.

Laut Presseberichten soll nach Angaben der Bahntochter DB Netze die ICE-Strecke Wendlingen-Ulm frühestens Ende 2021 fertig sein, ein Jahr später als bislang offiziell angegeben. Kefer sagte, bei dem zitierten Papier habe es sich lediglich um einen „Zwischenstand“ in der Diskussion mit dem Bund gehandelt.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte am Sonntag Aufklärung von der Bahn gefordert, ob das Land und die Öffentlichkeit korrekt über das Milliarden-Vorhaben informiert worden seien. Die ICE-Trasse hängt unmittelbar mit dem Bahnknoten und dem umstrittenen Tiefbahnhof „Stuttgart 21“ zusammen.

DB-Vorstand Kefer hatte Mitte März im Lenkungskreis der Projektpartner eingeräumt, dass sich die Fertigstellung der ICE-Trasse und damit auch des Bahnknotens „Stuttgart 21“ verschieben werde, allerdings lediglich um ein Jahr bis Ende 2020. Beim Stresstest und vor der Volksabstimmung im November 2011 hatte der Konzern noch versichert, sowohl der Tiefbahnhof als auch die ICE-Strecke seien im Zeitplan und würden Ende 2019 fertig.

Neuer Ärger zwischen Bahn und grün-roter Landesregierung droht indes bei der Übernahme der Kosten aus der Schlichtung. Kefer sagte am Montag, die geschätzten Kosten von „70 Millionen Euro plus“ wolle der Konzern mit der Landesregierung diskutieren und finanziert haben. „Wenn es Zusatzwünsche gibt, müssen diese auch zusätzlich finanziert werden“, sagte der Bahnvorstand. Sonst komme es zu einer „Selbstbedienungsgesellschaft“, in der jeder fordern könne, was er wolle.

Der Bahnvorstand kündigte an, dass die Bahn bereit sei, die Zusatzkosten aus dem sogenannten Risikopuffer zu finanzieren, sollte es in Zusammenarbeit mit dem Land gelingen, an andere Stelle Geld einzusparen. Am Montag sei dazu ein Sechs-Punkte-Programm zusammen mit der Unternehmensberatung McKinsey gestartet worden. Begleitet wurde die Veranstaltung mit Kefer in der Stuttgarter Stadtbibliothek unweit der „S 21“-Baustelle von Protesten. Die Veranstaltung verlief ohne Zwischenfälle.

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