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Volkswagen-Werk

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31.08.2012

Volkswagen Autobauer legt Pause bei Übernahmen ein

„Die Integration bei den Nutzfahrzeugen wird uns viel Kraft kosten.“

Wolfsburg – Der zuletzt stark gewachsene Autobauer Volkswagen macht erst einmal Pause beim Kauf weiterer Marken. „Um es klar zu sagen: Wir haben momentan genug zu tun, unsere zwölf Marken dahin zu führen, wo wir 2018 als Konzern stehen wollen: auf Platz eins der weltweit führenden Autobauer“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn dem „Handelsblatt“. „Die Integration bei den Nutzfahrzeugen wird uns viel Kraft kosten. Genauso fordernd sind die Aufgaben in der Sportwagensparte: Wir haben ja nicht nur Porsche, sondern auch Lamborghini, Bentley und Bugatti.“

Der Wolfsburger Dax-Konzern hatte in den vergangenen Monaten erst den Lkw-Produzenten MAN gekauft, dann den Motorradhersteller Ducati und schließlich den Sportwagenbauer Porsche komplett übernommen.

Zulegen will der VW-Chef dagegen in Südostasien. Winterkorn denkt über weitere Fertigungskapazitäten nach, schließt aber im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ den Kauf von Proton aus. Branchenkreisen zufolge soll VW an dem staatlichen Autobauer aus Malaysia interessiert sein. „Wir haben bereits Fertigungskooperationen in Malaysia und Indonesien. Aber Sie haben recht, wir müssen in dieser Region nachlegen. Das heißt aber nicht, dass wir den Autobauer Proton aus Malaysia kaufen werden, wie manche spekulieren. Das ist für uns derzeit kein Thema“, sagte Winterkorn.

Europas größter Autobauer hat zwar schon ein Ende des Euros durchgerechnet, setzt sich aber trotzdem für den Fortbestand der europäischen Währungsunion ein. „Wir schauen uns alle Szenarien an. Aber ich gehe davon aus, dass in Europa genug Ernsthaftigkeit und Sachverstand vorhanden ist, um den Euro-Raum zu erhalten“, so Winterkorn.

„Neben den USA ist China zum führenden Wirtschaftsraum aufgestiegen. Dort werden in diesem Jahr erstmals mehr Autos verkauft als in Europa. Da müssen wir als Kontinent etwas dagegen setzen. Wir dürfen Europa nicht aufgeben.“

Winterkorn wehrt sich allerdings gegen die Forderung europäischer Konkurrenten wie Fiat oder dem französischen PSA-Konzern, die Schließung von Fabriken zu subventionieren. „Vorübergehende Hilfen können sinnvoll sein, um eine Fabrik und Arbeitsplätze zu erhalten. Wenn nach Subventionen gerufen wird, um eine Fabrik zu schließen, dann habe ich dafür kein Verständnis“, sagte der deutsche Automanager.

Verstehen kann er dagegen die Diskussion um die Höhe seines Gehalts. Winterkorn hatte im Jahr 2011 gut 16,5 Millionen Euro verdient. „Ich komme aus einfachen Verhältnissen. Und ich habe nach wie vor ein gutes Gespür dafür, über welche Summen wir hier reden.“

Bei Volkswagen gebe es aber klare, sehr transparente Regeln für die Entlohnung – ausgerichtet an Langfristzielen wie der Produktqualität oder der Kundenzufriedenheit und sicheren Arbeitsplätzen. „Den riesigen Erfolg des Jahres 2011 haben wir uns als Mannschaft hart erarbeitet. Deshalb profitieren alle, Mitarbeiter und Management, wie es die Regeln vorsehen. Aber wir haben die Kritik verstanden.“ Der Aufsichtsrat des Autobauers beschäftigt sich derzeit mit dem Thema. „Das Ergebnis warten wir ab“, sagte der VW-Chef.

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