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Känguru vom Aussterben bedroht

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27.02.2013

Australien Känguru vom Aussterben bedroht

Untersuchungen zeigen einen bedenklichen Rückgang der Zahlen.

Sydney – Seit Jahren berichten Medien von einer Känguru-Plage in Australien. Doch kurz vor der Artenschutzkonferenz in Bangkok (3. bis 14. März) schlägt der australische Ökologe Ray Mjadwesch Alarm: Das Nationalsymbol Australiens sei vom Aussterben bedroht. Nach Aussagen des Wissenschaftlers sind die Känguru-Zahlen in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen. „Alle ignorieren es und wollen weiterhin glauben, dass es die Beuteltiere in Hülle und Fülle gibt“, sagt Mjadwesch.

Im Februar 2012 hatte der Verband der Känguru-Industrie verkündet, dass die Population Rekordzahlen erreichen könne. Von über 50 Millionen Tieren war die Rede. Im selben Jahr erlaubte die australische Regierung die kommerzielle Jagd auf 5,2 Millionen Kängurus.

Deutschland großer Importeur des Fleisches

Deutschland ist einer der Hauptimporteure des „exotischen“ Fleisches. Die Australier hingegen meiden es, da Kängurus häufig Wirte von Toxoplasmose-Erregern und Salmonellen sind.

Ray Mjadwesch hält die offiziellen Känguru-Zahlen für stark überzogen. Das Umweltministerium zähle die Kängurus aus der Luft. Dabei werde im Nationalpark gezählt und dann auf landwirtschaftlich genutztes Land hochgerechnet. Diese Methode sei seiner Meinung nach falsch. Selbst forscht der Ökologe vom Boden aus und seine Untersuchungen ergeben ein völlig anderes Bild als das der Regierung. „Vor 200 Jahren gab es hier noch Hunderte Millionen an Kängurus, doch jetzt ist die Landschaft weitgehend leer.“

Dass die Kängurus seit der Besiedlung Australiens durch Europäer drastisch zurückgegangen sind, gestehen auch offizielle Stellen ein. Das Umweltministerium im Bundesstaat New South Wales erklärt auf seiner Internetseite, dass es vor 200 Jahren noch 21 Arten von Kängurus gegeben habe, heute seien es nur noch 15.

Langsame Brüter

Straßen, Bebauung, Buschfeuer, Überflutungen und der Bau von Zäunen beeinträchtigen die Kängurus. Vor allem aber die kommerzielle Jagd bedroht die Beuteltiere. Nach Aussagen von Ray Mjadwesch werden zehn bis 20 Prozent der Känguru-Population jährlich zur Jagd freigegeben. „Doch selbst in guten Zeiten können sich die Tiere nur um drei bis acht Prozent vermehren.“ Kängurus seien als Säugetiere langsame Brüter, die nur ein Junges pro Jahr hätten. „Wir jagen ganz klar über die Kapazität hinaus.“

Die Untersuchungen des Ökologen, der inzwischen auch offizielle Anträge bei den Behörden eingereicht hat, um Kängurus als gefährdet einstufen zu lassen, werden von der australischen Tierschutzgruppe Voiceless unterstützt. Voiceless hat prominente Namen wie den australischen Außenminister Bob Carr und die Tierschützerin Jane Goodall in ihren Rängen.

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