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Kollegen des Opfers schildern Grauen der Tatnacht

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26.02.2013

Augsburger Polizistenmord Kollegen des Opfers schildern Grauen der Tatnacht

„Er hatte noch die Pistole in der Hand.“

Augsburg – Schwerer Gang für Beamte der Augsburger Polizei: Im Prozess um den Mord an ihrem Kollegen Mathias Vieth mussten sie vor dem Landgericht Augsburg am Dienstag das Grauen der Tatnacht rekonstruieren. Die Streifenpolizisten, die nach dem tödlichen Schusswechsel zuerst eingetroffen waren, schilderten, dass für Vieth jede Hilfe zu spät kam und die Suche nach den Tätern erfolglos blieb.

Der leitende Streifenbeamte Alfred G. berichtete, Vieths Körper sei noch warm gewesen. „Er hatte noch die Pistole in der Hand und muss bis zuletzt geschossen haben.“ Oberhalb von Vieths Schutzweste habe er mehrere Einschüsse von Projektilen entdeckt, unter anderem auch am Kopf. Reanimationsversuche seien zwecklos gewesen, „seinen Puls konnte ich nicht mehr ertasten“, sagte der 50-Jährige.

Angeklagt sind zwei Brüder, denen Mord, versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen werden. Sie sollen den 41-jährigen Vieth am 28. Oktober 2011 auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle im Augsburger Siebentischwald mit Schüssen aus einem Maschinengewehr getötet haben. Eine 30 Jahre alte Polizistin wurde von einem Streifschuss getroffen.

Er sei damals gefühlsmäßig sehr aufgewühlt gewesen, weil er den Kollegen von gemeinsamen Zeiten auf der Wache gekannt habe, sagte der leitende Streifenbeamte, der bei seiner Aussage einen relativ gefassten Eindruck machte. Er und zwei weitere Polizisten im Zeugenstand berichteten, dass sie sofort die Umgebung nach den Tätern abgesucht hätten – ohne Erfolg. „Es war neblig und stockfinster“, hieß es übereinstimmend.

Angeschossene Beamtin mit den Nerven am Ende

Ein 31-jähriger Streifenpolizist erklärte, er habe die angeschossene Kollegin Vieths in einem „aufgelösten Zustand“ vorgefunden. Sie habe hinter der offenstehenden Fahrertür des Polizeiautos gekauert. Ein weiterer Polizist bestätigte, dass Diana K. mit den Nerven völlig am Ende gewesen sei. Die Frau, die noch immer in Behandlung ist und trotzdem wieder für die Polizei arbeitet, soll am Donnerstag vor Gericht aussagen.

Die Brüder, die laut Anklage an jenem Tag einen Raubüberfall geplant hatten, waren rund zwei Monate nach der Tat gefasst worden. Beim Prozessauftakt am vergangenen Donnerstag hatte der Hauptbeschuldigte Rudi R. die Tat bestritten. Die Mordvorwürfe bezeichnete er als „Märchen“ und kündigte an, sich zur Sache nicht weiter äußern zu wollen. Auch sein Bruder Raimund M. hüllt sich in Schweigen.

Der Augsburger Justiz steht damit ein langer Indizienprozess bis zum Jahresende bevor. Die Sicherheitsvorkehrungen sind sehr streng, da die Angeklagten als gefährlich gelten. Sie müssen im Prozess Fußfesseln tragen.

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