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„Augen voller Wut und Hass

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03.05.2012

Feuertod im Auto „Augen voller Wut und Hass“

Im Mordprozess in Potsdam sagte die Mutter der verbrannten Mädchen aus.

Berlin – Der Mann wurde zunehmend aggressiv, aufbrausend und kompromisslos. So beschrieb die Mutter zweier getöteter Mädchen ihren Ex-Mann, der sich vor dem Potsdamer Landgericht wegen Mordes an seinen beiden Töchtern verantworten muss. Der Auftritt der 41 Jahre alten Frau aus Dänemark war mit Spannung erwartet worden. Das Schwurgericht interessierte sich vor allem dafür, wie es dazu kommen konnte, dass der 41-jährige Angeklagte seine neun- und zehnjährigen Töchter mit Beruhigungsmitteln betäubte, sie auf der Rückbank seines Autos anschnallte, anschließend das Fahrzeug mit Benzin übergoss, anzündete und seine Kinder bei lebendigen Leib verbrennen ließ. Im vergangenen August soll der Däne auf diese Weise in einem Waldstück bei Nauen nördlich von Berlin seine Kinder umgebracht haben. Am Donnerstag musste er seiner Ex-Frau und Mutter der beiden Mädchen im Gerichtssaal ins Gesicht sehen.

Äußerlich ruhig und gefasst saß die Frau am Zeugentisch und schilderte auf Dänisch die Beziehung zu ihrem Ex-Mann. Sie erzählte vom Kennenlernen vor 16 Jahren, vom Kauf einen gemeinsamen Hofes in einem kleinen Ort in Jütland, von der Hochzeit vor zwölf Jahren, der Geburt der Kinder 2001 und 2002, von zunehmenden Eheproblemen, die auch zwei Paartherapien nicht lösen konnten, sodass sie sich 2009 von ihrem Mann trennte.

Die ersten Jahre ihrer Beziehung seien durchaus harmonisch gewesen, berichtete die Lehrerin. Doch mit der Zeit habe sich ihr Mann verändert. Ständige Jobwechsel hätten sein Selbstwertgefühl gemindert, der Versuch, sich selbstständig zu machen, sei gescheitert und sein Humor sei ihm abhandengekommen. Er habe seine Begabungen vernachlässigt und sei emotional abgestumpft, er habe zunehmend Sozialneid und Aggressionen entwickelt und sei zu Kompromissen kaum noch bereit gewesen. Kündigungen und beruflichen Misserfolg habe er als Niederlagen empfunden, ebenso die Scheidung und das Scheitern des Familienglücks.

Das Wohnrecht für die beiden Kinder sei zunächst ihrem Mann zugesprochen worden, sagte die Frau. Doch wegen seiner Umzugspläne und vor allem wegen seiner zunehmend depressiven Phasen habe sie sich um das Wohnrecht bemüht und im Juli 2011 – wenige Wochen vor dem tragischen Tod der Mädchen – auch bekommen, sagte die Frau.

In einer Art Tagebuchnotizen, die vor Gericht auszugsweise zitiert wurden, schrieb die 41-Jährige über den Vater der Kinder: „Ich habe ihn aus dem Gleichgewicht gesehen und sagen gehört, dass es grausam schiefgehen könnte, wenn er sich weiter unter Druck gesetzt fühle“. Er wirke „breit und bedrohlich“, schrieb sie weiter, „seine Augen sind blank und leuchten voller Wut und Hass“. Mehrmals habe sie die Polizei gerufen, wenn die Situation bei Zusammentreffen zu eskalieren drohte. Mit ihren Notizen habe sie erklären wolle, warum sie immer wieder die Polizei alarmiert habe, sagte die Frau.

„Ich habe mir in meiner wildesten Fantasie nicht vorstellen können, dass er den Mädchen etwas antut“, sagte die Zeugin nach ihrer mehrstündigen Anhörung und bemerkte zum Schluss: „Das war mein Fehler.“

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