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Aufnahmestopp für Frühchen in Freiburg

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02.02.2012

MRSA-Keim Aufnahmestopp für Frühchen in Freiburg

Baby auf Intensivstation mit multiresistenten Erregern infiziert.

Freiburg – Ein gefährlicher Erreger auf der Frühchen-Station der Freiburger Universitätsklinik hat die Klinikleitung zu einen Aufnahmestopp veranlasst. Ein Baby war Mitte Januar an einer Infektion mit einem gegen Antibiotika weitgehend resistenten MRSA-Keim erkrankt, teilte die Klinik am Donnerstag mit. Die Infektion sei aber inzwischen unter Kontrolle. Auch bei drei weiteren Frühgeborenen auf der Intensivstation seien die sogenannten methicillin-resistenten Staphylokokken entdeckt worden, die Kinder seien jedoch nicht krank geworden.

“Wir sind besorgt, aber zuversichtlich, dass durch unser rasches und konsequentes Handeln die Ausbreitung der Infektion beherrscht werden kann und keine Gefahr für die betroffenen Kinder und unsere anderen Patienten besteht”, sagte der stellvertretende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Gerd Walz. Es seien umgehend Hygiene-Maßnahmen zur Bekämpfung einer weiteren Ausbreitung der Infektion eingeleitet worden, außerdem werde mit Nachdruck nach der Infektionsquelle gesucht. Unabhängige Hygiene-Experten seien zur Überprüfung und Beratung hinzugezogen worden.

Im Gegensatz zu Bremen, wo im vergangenen Jahr nach einer MRSA-Infektion drei Frühchen gestorben waren, habe es sich in Freiburg um einen anderen Erreger gehandelt, gegen den es noch mehrere gute Medikamente gebe, sagte Sprecherin Annette Tuffs. Trotzdem werden schwangere Frauen, die vor der 28. Schwangerschaftswoche entbinden müssen, in Freiburg vorübergehend nicht mehr aufgenommen. Sie könnten an den Universitätskliniken Heidelberg und Tübingen entbinden, sagte der Ärztliche Direktor der Frauenklinik, Gerald Gitsch.

Staphylokokken sind weitverbreitete Erreger, die Haut und Schleimhäute besiedeln und für gesunde Menschen normalerweise keine Gefahr darstellen. Der inkonsequente Einsatz von Antibiotika habe dazu geführt, dass einige Staphylokokken-Stämme gegen zahlreiche Mittel resistent seien und nur noch mit wenigen Antibiotika erfolgreich behandelt werden könnten, hieß es vonseiten der Klinik. Vor allem für immungeschwächte Patienten wie Frühgeborene stellen die Bakterien eine Gefährdung dar.

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