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Atomkraftgegner machen gegen Transporte mobil

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25.02.2012

Castor-Transport Atomkraftgegner machen gegen Transporte mobil

Auto-Korso rollt über Autobahnen – Kundgebung in Duisburg.

Ahaus/Bonn – Hunderte Atomkraftgegner sind am Samstag in Nordrhein-Westfalen aus Protest gegen den geplanten Transport von 152 Castoren vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus auf die Straße gegangen. Mit Auto-Korsos starteten sie am Morgen in Ahaus und Bonn und trafen sich gegen Mittag zu einer Kundgebung in Duisburg. Laut Polizei verliefen die Proteste bislang friedlich.

Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ rief die Politik bei der Kundgebung dazu auf, alle Atomtransporte durch das Land zu stoppen, wie Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen sagte. An die Bevölkerung appellierte er, sich an den Protesten gegen die Transporte zu beteiligen. Von Duisburg aus wollten die Teilnehmer zu einer Abschlusskundgebung nach Jülich aufbrechen.

Bereits im Herbst hatten die Atomkraftgegner heftige Proteste gegen den Transport von 300.000 hoch radioaktiven Brennelementekugeln von Jülich nach Ahaus angekündigt. Mit dem Aktionstag am Samstag wollten sie Umweltminister Norbert Röttgen (CDU), der zugleich Landesvorsitzender seiner Partei in NRW ist, zu einem Verzicht auf die Transporte bewegen. Die rot-grüne Landesregierung will den Atommüll vorerst weiter in Jülich lagern. Allerdings läuft die Genehmigung für die Lagerung 2013 aus.

Für Empörung unter den Atomkraftgegnern sorgten Äußerungen der Betreiberfirma des Zwischenlagers Ahaus. Diese habe dem Ahauser Stadtrat mitgeteilt, dass sie vom Forschungszentrum Jülich beauftragt worden sei, die Vorbereitungen für den Transport und die Einlagerung des Atommülls „mit Hochdruck“ weiterzuführen, sagte Eickhoff.

Dabei hatte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) Anfang Februar noch Entgegenkommen angedeutet. „Wenn die Experten sagen, dass die Sicherheitsstandards auch in Jülich über 2013 hinaus eingehalten werden, dann wird selbstverständlich auch diese Bewertung in die gemeinsamen Überlegungen eingehen“, erklärte sie damals. Die Bundesregierung sage das eine und weise klammheimlich das andere an, kritisierte Eickhoff jetzt. Das Forschungszentrum Jülich gehört zu 90 Prozent dem Bund.

Nach den derzeitigen Plänen sollen die dort gelagerten 152 Castorbehälter in bis zu 76 Einzeltransporten über Autobahnen und teilweise auch durch dicht besiedeltes Gebiet von Jülich nach Ahaus gebracht werden. Ursprünglich war spekuliert worden, dass erste Transporte bereits Anfang dieses Jahres rollen könnten. Nun rechnen die Atomkraftgegner damit im Sommer.

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