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Atomkraftgegner blockieren Endlager-Bergwerk

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24.04.2012

Gorleben Atomkraftgegner blockieren Endlager-Bergwerk

Proteste auch in Berlin.

Gorleben – Mit Protestaktionen in Berlin und Gorleben haben Atomkraftgegner am Dienstagnachmittag das Spitzengespräch im Bundesumweltministerium zur Endlagersuche begleitet. Nach Angaben der Initiative „Gorleben 365“ blockierten rund 20 Aktivisten die sechs Tore zum Gorlebener Endlagerbergwerk. Sie hatten sich mit Vorhängeschlössern, Ketten und einer Pyramide an den Toren festgemacht.

Die Blockierer forderten eine ergebnisoffene Endlagersuche ohne den ihrer Ansicht nach ungeeigneten und politisch verbrannten Standort Gorleben. „Heute wird es keinen Schichtwechsel mehr geben“, sagte ein Sprecher der Demonstranten. „Wir haben das Bergwerk mit unseren Ketten und Körpern abgeschlossen.“

Auch vor dem Umweltministerium in Berlin verlangten Umweltschützer einen Ausschluss Gorlebens aus der weiteren Endlagersuche. Eine als Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) maskierte Person versuchte nach Angaben von Teilnehmern, auf einer weißen Deutschlandkarte einen schwarz-gelben Ball zu versenken. „Doch ganz gleich, wo der Atommüll-Ball auf der Karte angesetzt wurde, er rollte immer wieder in das Gorleben-Loch“, hieß es in einer Mitteilung.

„Röttgens Gerede von einer weißen Landkarte ist nur Rhetorik“, sagte Susanne Jacoby vom Netzwerk „Campact“. Angesichts von 1,6 Milliarden Euro, die in dem Salzstock bereits verbaut worden seien, drohe am Ende doch wieder nur Gorleben herauszukommen. „Und das, obwohl Grundwasserkontakt, explosive Gaseinschlüsse und ein Erdgasfeld darunter den Salzstock als Endlager für hoch radioaktiven Atommüll völlig untauglich machen.“

Unterdessen verlangte die Organisation „Contratom“ nach den jüngsten Äußerungen des Deutschen Atomforums zu Gorleben einen „Maulkorb“ für den Lobby-Verband. Wer heute noch ohne den kleinsten Zweifel an Gorleben festhalte, dürfe keine Rederecht mehr zu dem hochbrisanten Thema Endlagerung haben, sagte „Contratom“-Sprecher Jan Becker.

Der Präsident des Atomforums, Ralf Güldner, hatte zuvor mit Blick auf die Gespräche über ein Endlagersuchgesetz eine Fortsetzung der Erkundung des Salzstocks im Wendland gefordert. Es gebe „kein technisch begründetes Argument gegen Gorleben“, sagte er.

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