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06.09.2010

Atombeschluss Stopp des Baus von Kohlekraftwerken gefordert

Berlin – Die DIW-Expertin Claudia Kemfert hat den Atomkompromiss der Bundesregierung zurückhaltend beurteilt. Entscheidend sei nun, ob der Anteil des Kohlestroms in den nächsten zehn Jahren deutlich vermindert werde. „Teil des Energiekonzeptes muss es sein, dass der Neubau von Kohlekraftwerken nicht mehr genehmigt wird. Sonst ist das Ziel, bis 2050 rund 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, bei gleichzeitiger Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke nicht zu erreichen“, sagte die Leiterin der DIW-Abteilung Energie der „Saarbrücker Zeitung“.

Dass die Atomkonzerne insgesamt rund 30 Milliarden Euro ihrer Zusatzgewinne abführen sollen, ist nach Auffassung von Kemfert „angemessen“. Sie rechne damit, dass die Laufzeitverlängerung den Stromerzeugern insgesamt rund 60 Milliarden Euro bringe. Wichtig sei, dass aus dem vorgesehenen Fonds der Ausbau der Infrastruktur für die erneuerbaren Energien bezahlt werde. „Hier gibt es einen großen Investitionsstau“.

Laut Kemfert können die Endverbraucher wegen der Laufzeitverlängerung nicht mit sinkenden Strompreisen rechnen. Schon bisher hätten die Oligopole billigen Atomstrom produziert und die Gewinnmargen nicht an die Verbraucher weitergegeben. Zudem rechne sie wegen der anziehenden Konjunktur und der Investitionen in den Umbau der Stromversorgung mit steigenden Preisen. „Das wird man sich bei den Endkunden wiederholen“, sagte Kemfert.

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