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Gläubiger erhalten weniger als 3,5% Zinsen

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24.01.2012

Griechenland Gläubiger erhalten weniger als 3,5% Zinsen

Eurogruppe will Banken zu hartem Schuldenschnitt drängen.

Brüssel – Die Eurozone will den griechischen Gläubigern für ihre neuen Schuldscheine weniger als 3,5 Prozent Zinsen zugestehen. Die Finanzminister hätten die Regierung in Athen beauftragt, die Verhandlungen mit dem Privatsektor mit diesem Ziel fortzuführen, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am frühen Dienstagmorgen in Brüssel. Die durchschnittlichen Zinsen für die neuen Anleihen bis 2020 müssten “jenseits der 3,5 Prozent liegen”, sagte Juncker auf einer Pressekonferenz. Auf Nachfrage stellte er klar, damit sei “unter 3,5 Prozent” gemeint. Die Banken hatten zuletzt einen durchschnittlichen Zinssatz von mindestens vier Prozent verlangt.

Athen will den Schuldenschnitt bis zum 13. Februar unter Dach und Fach haben. Bis dahin solle ein formelles Angebot an die Banken auf dem Tisch liegen und feststehen, wer sich daran beteilige, hieß es aus griechischen Regierungskreisen. Mit dem “Haircut” sollen die privaten Gläubiger die Hälfte der an Athen verliehenen Summe, rund 100 Milliarden Euro, abschreiben.

Die Euroländer wollen die neuen Schuldscheine mit 30 Milliarden Euro absichern. Zudem sind sie bereit, den Hellenen ein zweites Rettungspaket in Höhe von 100 Milliarden Euro zu gewähren, wenn im Gegenzug strikte Spar- und Reformauflagen erfüllt werden. Der Schuldenschnitt und die Finanzspritzen sollen ermöglichen, dass die griechische Schuldenlast von 170 auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 gedrückt werden kann. Alle Entscheidungen müssten dieses im Oktober festgelegte Ziel berücksichtigen, sagte Juncker.

Allerdings muss auch Athen dafür kräftig nachlegen, wie der luxemburgische Ministerpräsident klarstellte. “Es ist offensichtlich, dass das griechische Programm nicht in der Spur ist”, sagte er. Erst müssten die Hellenen nachbessern, “bevor wir ernsthaft den Abschluss eines neuen Hilfspaketes ins Auge fassen können.”

Die Troika-Experten von Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds sind seit vergangener Woche in Griechenland, um die Umsetzung der bisherigen Hausaufgaben zu überprüfen und die Finanzlücke zu bestimmen. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte, er hoffe auf Fortschritte für das neue Programm “in den kommenden Wochen”. Spätestens am 20. März muss das neue Paket zur Verfügung stehen. Sonst könnte Athen 14,5 Milliarden Schulden nicht begleichen und wäre bankrott – was nicht absehbare Folgen für die Währungsunion hätte.

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