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Asylbewerberzahlen steigen 2011 zum vierten Mal in Folge

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24.01.2012

Bewerber Asylbewerberzahlen steigen 2011 zum vierten Mal in Folge

Migrantenverbände und Flüchlingshilfeorganisationen sehen Handlungsbedarf.

Berlin – Fast 46.000 Menschen haben im vergangen Jahr Asyl in Deutschland beantragt. Nach einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Bundesinnenministeriums stieg die Zahl der Anträge damit im vierten Jahr in Folge deutlich an. Besonders hoch war der Anstieg von Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisenregionen. Migrantenverbände und Flüchtlingshilfeorganisationen fordern die Bundesregierung und die EU zum Handeln auf.

22,3 Prozent aller Asylbewerber wurden als Flüchtlinge anerkannt oder erhielten eine Aufenthaltsgenehmigung. Die Asylsuchenden kämen vor allem aus muslimisch geprägten Ländern wie Pakistan, Afghanistan, Irak oder Syrien. Die drittstärkste Gruppe der Asylbewerber kam wie im Vorjahr aus Serbien. Insgesamt stellten 2011 knapp 4.600 Serben einen Asylantrag, 90 Prozent davon sind Roma.

Pro Asyl kritisiert die Summe der genehmigten Asylanträge als zu gering. Da sich die Situation in vielen Hauptherkunftsländern “im letzten Jahr nochmals verschärft hat”, bedürften diese Zahlen einer politischen Erklärung, fordert die Flüchtlingshilfeorganisation.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt warnt hingegen vor Asylmissbrauch. Die EU müsse “ihre Pläne für eine Aufweichung unserer Asylregeln endgültig zurückziehen”, sagte er der Tageszeitung “Die Welt”. Sozialhilfe für jeden Asylbewerber oder die Abschaffung des direkten Zurückschickens am Flughafen dürfe es nicht geben. Das deutsche Asylrecht müsse weiter für die wirklich Verfolgten da sein und dürfe keinen Asylmissbrauch zulassen, fordert Dobrindt.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma begründete den Zustrom der Roma aus Serbien mit der “desolaten Lebenssituation” in dem Land. “Viele Roma in Serbien sind Kriegsflüchtlinge aus dem Kosovo, die weder einen festen Wohnsitz noch Zugang zum Gesundheitssystem haben”, sagte der leitende wissenschaftliche Mitarbeiter beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg, Herbert Heuß, der Nachrichtenagentur dapd. Die Bundesregierung und die EU seien daher aufgefordert, durch Qualifizierungs- und Einkommensprogramme vor Ort mehr für diese Bevölkerungsschicht zu tun.

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