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21.08.2019

Arbeitsmarktforscher Abschwung führt kaum zu Jobverlusten

„Der Arbeitsmarkt hat sich von der Konjunktur abgekoppelt.“

Nürnberg – Der Arbeitsmarktforscher Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg geht davon aus, dass auch bei einem möglichen Abschwung der deutschen Wirtschaft neue Jobs entstehen.

„Der Arbeitsmarkt hat sich von der Konjunktur abgekoppelt“, sagte Weber der Wochenzeitung „Die Zeit“. Pro Jahr kämmen Hunderttausende neue Arbeitsplätze hinzu, ob die Wirtschaft stark wachse oder nicht. Auch ein Abschwung löse heute keine Massenarbeitslosigkeit mehr aus, diese Zeiten seien vorerst vorbei, prognostizierte Weber.

Dabei nannte er zwei Gründe für die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Jobs: „Zum einen entstehen heute viele Arbeitsplätze in Bereichen, die gar nicht von der Konjunktur beeinflusst werden. Also zum Beispiel in der Erziehung, in der Pflege und im Gesundheitswesen. Da gibt es praktisch keine konjunkturellen Schwankungen.“

Zum anderen verzichteten die Arbeitgeber wegen des Fachkräftemangels auf Kündigungen, selbst wenn sie vorübergehend zu wenige Aufträge hätten. „Wenn Sie zum Beispiel heute in Baden-Württemberg einen Elektriker entlassen, müssen Sie damit rechnen, dass Sie diese Stelle nie wieder besetzt bekommen“, so Weber.

Der IAB-Forscher hält die aktuelle Wirtschaftslage außerdem für besser, als sie oft dargestellt werde. „Das ist keine Krise, sondern ein normaler Abschwung“, sagte Weber. Zwar gebe es Risiken, „aber wenn jetzt nichts besonders Dramatisches mehr passiert, werden wir diesen Abschwung nächstes Jahr auch wieder überwunden haben“.

Viele Wirtschaftsdaten sähen gar nicht so schlecht aus, etwa der Konsum, die Investitionen und vor allem der Arbeitsmarkt. „So betrachtet, ist die Lage also weniger dramatisch, als es das Gerede über eine Rezession nahelegt“, so Weber weiter.

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