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Arbeitsmarkt bleibt weiter stabil

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31.01.2012

Statistik Arbeitsmarkt bleibt weiter stabil

Anstieg auf über drei Millionen – Bester Januar-Wert seit 21 Jahren.

Nürnberg – Der Winter hat die Arbeitslosigkeit in Deutschland wieder über die Drei-Millionen-Marke steigen lassen. Die Zunahme im Januar fiel aber geringer als in den Vorjahren aus, und saisonbereinigt ging die Arbeitslosigkeit sogar weiter zurück. Im Vergleich zum Dezember erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 302.000 auf 3,08 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Das ist der niedrigste Januar-Stand seit 21 Jahren. Gegenüber Januar 2011 sank die Arbeitslosenzahl um 264.000.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hob die saisonalen Gründe des Anstiegs hervor. Im Januar hielten sich Unternehmen mit Neueinstellungen zurück. Das Ende des Weihnachtsgeschäfts und witterungsbedingte Entlassungen wirkten sich aus, sagte die CDU-Politikerin. Saisonbereinigt sei die Arbeitslosigkeit im Januar mit einem Minus von 34.000 gegenüber Dezember weiter rückläufig gewesen.

Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) betonte, dass sich der Arbeitsmarkt “weiterhin erfreulich robust” zeige. Wenn man die saisonalen Einflüsse vernachlässige, so setzten sich der Aufbau von Beschäftigung und der Abbau von Arbeitslosigkeit fort.

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte, der Anstieg der Arbeitslosenzahl habe rein jahreszeitliche Gründe. “Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben weiter deutlich zugenommen, und die Nachfrage nach Arbeitskräften lag auf hohem Niveau”, fügte er hinzu. Die Arbeitslosenquote legte von Dezember auf Januar um 0,7 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent zu. Vor einem Jahr lag sie allerdings noch bei 7,9 Prozent.

Bundesarbeitsministerin von der Leyen bezeichnete eine Vorausschau auf den Arbeitsmarkt des gesamten Jahres als schwierig. “Die Konjunkturindikatoren geben unterschiedliche Signale. Vieles steht unter dem Vorbehalt der Schuldenkrise”, sagte sie. Auf dem Arbeitsmarkt sei aber von Abschwächung nichts zu erkennen. BA-Chef Weise ging weiter von einer Arbeitslosenzahl von “knapp unter drei Millionen” im Jahresschnitt aus, da das Jahr von konjunktureller Eintrübung geprägt sei.

Bislang ist auf dem Arbeitsmarkt Weise zufolge vor allem eine Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zu verzeichnen. Die Zahl der Teilzeitstellen habe sich von November 2010 bis November 2011 um knapp 400.000 erhöht und die der Vollzeitstellen um 300.000, sagte der BA-Chef. Bei den vollen Stellen habe Deutschland nahezu den Stand vor der Wirtschaftskrise erreicht. Vor allem die Metall- und Elektroindustrie, die Logistikbranche sowie das Hotel- und Gastgewerbe suchten weiter Mitarbeiter.

Langzeitarbeitslose haben es Weise zufolge aber weiter schwer, eine Stelle zu finden. Vor allem durch Änderungen in der statistischen Erfassung stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Januar stark auf 1,048 Millionen an. Im Dezember hatte die Bundesagentur noch 855.000 Langzeitarbeitslose gezählt. Diese Zahl korrigierte sie nun im Nachhinein auf 1,017 Millionen noch oben.

Durch das Beseitigen von Fehlerquellen seien die Angaben “jetzt konkret richtiger und die Zahlen tatsächlich höher”, sagte Weise. Man habe vor allem die von 41 neuen Optionskommunen betreuten Langzeitarbeitslosen in die Statistik einbezogen.

Langzeitarbeitslose, die aus der Statistik ausscheiden, finden außerdem nur selten tatsächlich einen Job am ersten Arbeitsmarkt. Von den etwa 1,4 Millionen Bürgern, die länger als ein Jahr ohne Job waren und 2011 ihre Erwerbslosigkeit beendeten, erhielten nur 208.000 oder 14,9 Prozent eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, über die die “Süddeutsche Zeitung” berichtete.

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