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Hundt von schwarz-gelber Halbzeitbilanz enttäuscht

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17.09.2011

Dieter Hundt Hundt von schwarz-gelber Halbzeitbilanz enttäuscht

Berlin – Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt ist von der Halbzeitbilanz der schwarz-gelben Bundesregierung enttäuscht.

„Leider sind viele Hoffnungen, die wir hatten, zumindest bisher noch nicht erfüllt worden“, sagte Hundt in einem Gespräch mit der „Neuen Westfälischen“. Als großes Problem führte Hundt beispielsweise die Energiewende an, die er für „überstürzt“ hält. Auch nach dem Energiegipfel bei der Kanzlerin in dieser Woche „blieben noch sehr viele Fragen offen“, so Hundt.

Es müsse verhindert werden, „dass sich die Energiekosten so verteuern, dass die energie-intensive Industrie mit vielen Arbeitsplätzen aus Deutschland vertrieben werde“, sagte der Arbeitgeberpräsident. In Frankreich sei der Strom für die Industrie heute schon ein Viertel billiger als hierzulande: „Wenn sich die Schere weiter öffnet, wird es zum Beispiel für die Stahlerzeugung oder die Aluminiumindustrie sehr eng.

Es ist einfach festzulegen, die Kernkraftwerke abzuschalten. Wie dann aber über zwanzig Prozent der heutigen Energieerzeugung – und sogar 45 Prozent der Grundlast – durch andere Kraftwerksarten ersetzt werden müssen, wurde bisher nicht genügend durchdacht“, sagte Hundt.

Eurokrise: Vorgehen der Bundesregierung richtig

Das Vorgehen der verantwortlichen Politiker in der Verschuldungskrise hält Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt allerding für richtig. Von einer Pleite Griechenlands will Hundt nichts wissen. Allerdings müsse die Politik die Sorge ernst nehmen „dass Deutschland die Hauptlast für die Sanierung zu tragen hat“.

Der Arbeitgeberpräsident appellierte, „den Euroraum mit allen seinen 17 Ländern zu erhalten. Schon der Austritt eines einzelnen Landes weist in die falsche Richtung“. Die einzelnen Staaten in Europa hätten alleine keine Chance, im Wettbewerb mit den „anderen großen Blöcken wie China, Russland, den USA und den Schwellenländern zu bestehen“. Das träfe besonders auch auf Deutschland zu, „weil wir eine ausgeprägte Exportnation sind und bleiben müssen.“

Hundt forderte für die Zukunft einen neuen Euro-Vertrag. Zur Währungsunion gehöre die politische Union: „Die Abgabe von Souveränitätsrechten in einzelnen Punkten ist dafür unumgänglich“.

Deutsche Wirtschaft in ausgezeichneter Verfassung

Dieter Hundt sieht die deutsche Wirtschaft trotz der Eurokrise nach wie vor in ausgezeichneter Verfassung. „In der Realwirtschaft sind derzeit keine Anzeichen zu erkennen, die auf einen Einbruch oder gar auf eine Rezession hindeuten. Ganz im Gegenteil: Die wirtschaftliche Lage ist robust. Wenn es aufgrund der Schuldenkrise nicht zu einem massiven Hagelschlag kommt, wird sich das Wachstum nur leicht abschwächen“, so Hundt. Deshalb warnte Hundt dringend davor, „den Absturz oder die Rezession geradezu herbeizureden“.

Der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hält in diesem Jahr weiterhin ein Wachstum von drei Prozent für möglich. Das sei das Dreifache des Durchschnitts der letzten zehn Jahre, so Hundt. Auch für das nächste Jahr gebe es Chancen für ein Wachstum von mindestens 1,5 Prozent.

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