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03.04.2010

Apples iPad gräbt Netbooks das Wasser ab

New York/Wien – Apples Tablet-PC iPad scheint sich noch vor seiner flächendeckenden Markteinführung gegenüber den bisher tonangebenden Netbooks durchzusetzen. „Netbooks sind nicht besser als alles andere. Sie sind lediglich billige Laptops“, unterstrich Apple-Chef Steve Jobs schon bei der iPad-Präsentation Ende Januar. Die Einschätzung bestätigt sich mit Blick auf die Netbook-Verkaufszahlen. IDC zufolge stieg der Absatz im ersten Quartal 2010 nur um 33,6 Prozent. Ein Jahr zuvor kletterten die Netbook-Verkäufe noch um 872 Prozent.

Technologischer Anschluss wichtig

„Bei den Netbooks von einem Einbruch zu sprechen, wäre übertrieben. Schließlich weist das Segment nach immer zweistellige Wachstumsraten auf. Trotz alledem müssen sich die Geräte technologisch anpassen, um nicht den Anschluss zu verlieren“, erläutert Erste-Bank-Analyst Hans Engel. Dem Fachmann zufolge ist die Rechenleistung vieler Netbooks oft deutlich begrenzt. Vor allem Intel sei aufgrund seiner Monopolstellung eine „bremsende Kraft“. AMD hingegen würde starke Partner benötigen.

Der Hype um die handlichen PC-Winzlinge hat sich merklich abgekühlt und sorgt bereits in den Führungsetagen der Hersteller für helle Aufregung. Weil die Gewinnmargen bei kleinen Zehn-Zöllern offenbar nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben, wollen Branchenriesen wie Hewlett-Packard oder Dell die Investitionsausgaben für die Geräte reduzieren. Ein Umdenken ist nicht zuletzt aufgrund des iPads anzuraten. Denn das Netbook-Konzept orientiert sich lediglich am bestehenden PC.

Preiskampf und volle Lager drücken Gewinne

Aber nicht nur der angezettelte Preiskampf sowie mangelnde Zukunftsinnovationen belasten die Netbook-Branche langfristig. Auch die Lieferanten reagieren auf die geringere Nachfrage und kappen die Produktion für LCD-Netbook-Panels. Angesprochen auf das Problem, zeigen sich PC-Hersteller wie Hewlett-Packard, Dell und Acer wortkarg und geben keine Auskunft über Lagerbestände unverkaufter Netbooks. Wie die BusinessWeek berichtet, scheint die Branche – ähnlich wie damals beim iPhone – nach neuen Innovationen zu suchen.

Die auch aufgrund der Krise und der Suche der Konsumenten nach günstigen PC-Alroundern verblasste Netbook-Euphorie dürfte vor allem der begrenzten Leistung der Geräte geschuldet sein. „PC-Nutzer wollen weniger Abstriche machen und ähnlich wie beim großen Stand-PC auch mobil komplexe Anwendungen durchführen können“, so Engel gegenüber pressetext. Sollte die Netbook-Nachfrage weiter sinken, dann könnten auch die Gewinne leiden. Denn Netbooks haben zu Ferienperioden Händlern nach 26 Prozent aller PC-Verkäufe ausgemacht.

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