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Anteil von Migrantenkinder steigt nur langsam

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02.02.2012

Kitas Anteil von Migrantenkinder steigt nur langsam

Statistik befeuert Debatte um Einführung des Betreuungsgeldes.

Wiesbaden – Kleinkinder mit Migrationshintergrund werden weiterhin nur selten in einer Tageseinrichtung oder bei Tagesmüttern betreut. 2011 lag der Anteil der unter Dreijährigen mit 14 Prozent nur drei Prozentpunkte über dem Wert von 2009, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Arbeiterwohlfahrt und SPD forderten mit Blick auf die Zahlen, die Einführung des Betreuungsgeldes zugunsten eines schnelleren Kita-Ausbaus abzusagen. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) verwies auf die Förderung spezieller Migranten-Kitas.

Den Statistikern zufolge stieg auch bei den unter Dreijährigen ohne Migrationshintergrund die Betreuungsquote seit 2009 kaum an. Zum Stichtag 1. März 2011 lag sie mit 30 Prozent nur fünf Prozentpunkte höher als zwei Jahre zuvor. Allerdings ist der Anteil hier mehr als doppelt so hoch wie bei Gleichaltrigen mit Migrationshintergrund.

Die Bundesfamilienministerin verwies auf ihre im März vergangenen Jahres gestartete Initiative zum Ausbau von bis zu 4.000 Tageseinrichtungen zu “Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration”. “Die Zahlen zeigen, dass es richtig ist, hier ein neues Angebot zu schaffen”, sagte Schröder. Zugleich müsse man den Ausbau an Kindertagesstätten insgesamt “kontinuierlich” vorantreiben. “Je früher Max und Ali miteinander im Sandkasten spielen, umso besser für die Integration und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt”, sagte sie.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) warnte mit Blick auf die Statistik vor der Einführung des Betreuungsgeldes. “Es steht im Widerspruch zu allen bildungs- und migrationspolitischen Zielen unserer Zeit”, sagte der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Er forderte, das Geld stattdessen in den Ausbau von Betreuungsplätzen für unter Dreijährige zu investieren.

Ähnlich äußerte sich die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig. “Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen erneut: Das Betreuungsgeld der schwarz-gelben Bundesregierung ist Quatsch und sogar kontraproduktiv”, sagte sie. Bildungs- und Betreuungsangebote in Kitas verschafften gerade Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund Aufstiegschancen und die Möglichkeit zur Integration.

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