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Antiterror-Einheit

© Mohamed Messara über dpa

19.03.2015

Nach Anschlag auf Museum Suche nach weiteren Terroristen in Tunesien läuft

Nach drei Terroristen werde noch gefahndet.

Tunis – Nach dem blutigen Terroranschlag in Tunis geht die Suche nach weiteren Beteiligten und Hintermännern weiter.

Bei dem Anschlag auf das Nationalmuseum im Herzen von Tunis kamen mindestens 21 Menschen ums Leben, unter ihnen 17 Touristen. Die Opfer stammten aus Polen, Italien, Spanien und Tunesien und womöglich auch aus Deutschland. Nach drei Terroristen werde noch gefahndet.

Terroristen stürmten am Mittwoch das Nationalmuseum Tunesiens und töteten dabei 19 Menschen, darunter 17 ausländische Touristen. Auch zwei Attentäter sind nach Angaben des tunesischen Ministerpräsidenten Habib Essid umgekommen. Demnach starben insgesamt 21 Menschen, 44 wurden verletzt.

Unter den Toten befinden sich nach Regierungsangaben mehrere Italiener, Spanier, Tunesier und Japaner. Auch ein Deutscher könnte umgekommen sein. Das Auswärtige Amt sagte dazu, man bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung. Der Anschlag löste international Entsetzen aus und wurde scharf verurteilt.

Täter in Uniformen hätten mit Schnellfeuergewehren 19 Menschen getötet, sagte Ministerpräsident Habib Essid am Mittwoch in der Hauptstadt Tunis. Unter den Toten wurden nach Regierungsangaben bislang vier Italiener, fünf Japaner, zwei Spanier, zwei Tunesier und zwei Kolumbianer identifiziert. Auch je ein Urlauber französischer, polnischer und australischer Herkunft seien gestorben. Die Identität eines Getöteten sei noch ungewiss.

Bewaffnete hatten am Mittag auf dem Platz, an dem das Bardo-Museum und das Parlament liegen, willkürlich auf Touristen gefeuert und sie bis in das Museum verfolgt, sagte Essid. Dort nahmen sie dann zahlreiche Urlauber als Geiseln. Die meisten der etwa 100 Besucher, die sich zu dieser Zeit im Museum aufhielten, konnten jedoch laut Innenministerium rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Tunesische Sicherheitskräfte, die das Gebäude zunächst umstellt hatten, beendeten am Nachmittag die Geiselnahme. Dabei starben nach Angaben des Staatsfernsehens zwei Terroristen und ein Polizist.

Präsident Béji Caïd Essebsi erklärte, ein „riesiges Unglück“ habe Tunesien heimgesucht. „Wir müssen mit einer Generalmobilmachung beginnen und die Terroristen endgültig ausschalten“, sagte er beim Besuch von Verletzten im Krankenhaus. Bei einer Fernsehansprache versprach Essebsi, Tunesiens Bürger werden „über diese kriminellen Minderheiten“ siegen. Im Herzen der Hauptstadt versammelten sich Tausende Tunesier, um ein Zeichen gegen den Terroranschlag zu setzen.

International stieß die Tat auf scharfe Kritik. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon betonte, die Vereinten Nationen seien solidarisch mit den Menschen und den Behörden in Tunesien. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und führende EU-Politiker waren entsetzt. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte den Anschlag „auf das Schärfste“.

Zu tunesischen Angaben, nach denen mindestens ein Deutscher bei dem Terroranschlag in Tunis getötet wurde, äußerte sich Steinmeier zurückhaltend. „Unsere Botschaft in Tunis arbeitet gemeinsam mit den tunesischen Behörden daran, schnellstmöglich für Aufklärung zu sorgen.“

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