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Quartett wegen Mordes eines Bekannten vor Gericht

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02.04.2012

Ansbach Quartett wegen Mordes eines Bekannten vor Gericht

Drei der Angeklagten räumen Beteiligung ein, bestreiten aber, ihn getötet zu haben.

Ansbach – Vier Angeklagte – zwei Tatversionen: Im Prozess um den brutalen Mord an einem 30-jährigen Italiener aus Baden-Württemberg im Sommer 2011 haben drei der vier Angeklagten am Montag vor dem Landgericht Ansbach eine Beteiligung an der Bluttat eingeräumt, jedoch bestritten, ihn umgebracht zu haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern im Alter von 20, 25 und 26 Jahren sowie einer 21-jährigen Frau vor, den 30-jährigen Leonardo M. aus der Nähe von Stuttgart am 9. Juli 2011 in einen Hinterhalt gelockt, geschlagen, gefesselt und mit Messern 26 Mal auf ihn eingestochen zu haben. Weil er anschließend noch lebte, soll ihn einer der drei Männer in Ansbach im Fluss Rezat ertränkt haben. Dort fand ein Angler vier Tage später die Leiche.

Als einziger der vier Angeklagten war der 25-jährige Glasbläser zu einer umfassenden Aussage vor Gericht bereit und beantwortete alle an ihn gestellten Fragen. Über seinen Anwalt erklärte er: „Ich räume die Tötung im Wesentlichen ein und bedauere diese Tat aufrichtig.“ Er sagte aus, dass er zwar selbst etwa zwei Mal mit einem Messer in die Schulter von Leonardo M. gestochen habe, ihn aber sein 26-jähriger Mitangeklagter unter Wasser gedrückt habe.

Er und seine drei Bekannten hätten vorgehabt, Leonardo M. eine Abreibung zu verpassen, weil sie Angst vor ihm hatten. Der Drogendealer soll den 20-jährigen Angeklagten wenige Tage vor seinem Tod zusammengeschlagen und dessen Wohnung verwüstet haben. Weil der Glasbläser ihn nach dem Diebstahl eines Motorrades verpfiffen hatte, drohte er ihm damit, ihm dies auch anzutun. „Ich war in ständiger Angst und völlig verzweifelt“, sagte der 25-Jährige.

Er habe befürchtet, dass Leonardo M. seine Wohnung ausräumen würde, und habe daher wertvolle Dinge wegschaffen wollen. Hierfür habe das Quartett einen Kleinbus gemietet.

Während der Fahrt seien sie auf die Idee gekommen, den 30-Jährigen in einen Hinterhalt zu locken und zu überwältigen. Nachdem die mitangeklagte 21-Jährige Leonardo M. aber nicht wie geplant mit einem Elektroschocker außer Gefecht setzen konnte und dieser ihnen mit Rache drohte, sei alles außer Kontrolle geraten. „Es herrschte absolute Panik“, schilderte der 25-Jährige. Irgendwann sei ihm klar geworden, dass Leonardo M. sterben müsse.

Sie hätten den schwer verletzten und blutenden Mann in den Bus gehievt und seien zum Fluss gefahren, wo sie ihn im Wasser ablegen und abhauen wollten. Als Leonardo M. aber noch einmal aufstand, habe ihn der 26-Jährige solange unter Wasser gedrückt, bis er tot war.

Der 26-jährige Umwelttechniker stritt dies ab. Er nannte das Opfer vor Gericht einen „sehr guten Freund“ und erklärte, mit den anderen geflüchtet zu sein, nachdem der leblose Körper ins Wasser gerollt sei. Wieso er sich überhaupt an der Bluttat beteiligt und keine Hilfe gerufen habe, konnte er dem Vorsitzenden Richter nicht sagen. „Der Leo war ein guter Freund. Mir tut das alles auch sehr leid“, erklärte er.

Der mitangeklagte 20-Jährige verweigerte eine Aussage und ließ über seinen Anwalt lediglich erklären, dass er sich an der Abreibung für den 30-Jährigen beteiligen wollte. „Dass es sich anders entwickelt habe, tut ihm leid“. Die 21-Jährige machte indes keinerlei Angaben. Der Prozess wird mit Zeugenaussagen fortgesetzt. Ein Urteil wird für den 16. Mai erwartet.

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