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Anklage gegen Porsche-Manager

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06.03.2012

Kreditbetrug Anklage gegen Porsche-Manager

Staatsanwaltschaft Stuttgart: Falsche Angaben bei Verhandlungen gemacht.

Stuttgart – Bei den Ermittlungen zu den Hintergründen der Übernahmeschlacht um Volkswagen gerät Porsche immer weiter unter Druck. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat jetzt auch Anklage wegen des Verdachts des Kreditbetrugs erhoben. Drei Verantwortlichen aus dem Finanzbereich der Porsche Automobil Holding werde vorgeworfen, bei Kreditverhandlungen mit Banken falsche Angaben über die von Porsche gehaltenen Optionen auf VW-Stammaktien gemacht zu haben, teilte die Behörde am Dienstag mit. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Marktmanipulation und der Untreue gegen Porsche-Manager dauerten an.

Bei der neuen Anklage geht es um eine Anschlussfinanzierung für einen Zehn-Milliarden-Euro-Kredit, der im März 2009 zur Rückzahlung fällig war. Bei den Verhandlungen sollen die drei Angeklagten gegenüber einem beteiligten Kreditinstitut falsche Angaben gemacht haben.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben sie in einer schriftlichen Erklärung den Liquiditätsbedarf, der mit der Ausübung sämtlicher von Porsche gehaltener Kaufoptionen auf VW-Stammaktien verbunden gewesen wäre, um rund 1,4 Milliarden Euro zu niedrig angegeben. Zudem sollen sie in der Erklärung rund 45 Millionen von Porsche verkaufte Optionen auf VW-Stammaktien verschwiegen haben. Das Landgericht Stuttgart muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt bereits seit längerem wegen des Verdachts der Marktmanipulation und der Untreue gegen Porsche-Manager. Die Ermittlungen stellten sich als äußerst aufwendig und zeitintensiv dar, hieß es. Sie könnten nicht vor Mitte des Jahres abgeschlossen werden.

Bei dem Übernahmeversuch von VW durch Porsche hatte es 2008 und 2009 extreme Ausschläge des VW-Aktienkurses gegeben. Dadurch verloren viele Anleger hohe Summen. Porsche hatte damals auf Kredit VW-Aktien angehäuft und sich gleichzeitig über Optionsgeschäfte Zugriff auf noch mehr VW-Anteile gesichert.

Viele Anleger wetteten dagegen auf fallende Kurse der VW-Aktie und verloren ihr Geld, als das Papier von knapp über 100 Euro zeitweise auf über 1.000 Euro stieg. Porsche verlor am Ende hoch verschuldet den Kampf und ist inzwischen Teil des VW-Konzerns. Geschädigte Anleger werfen Porsche unvollständige Information über die Kaufpläne vor. Der Sportwagenhersteller sieht sich mit Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe konfrontiert.

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